Es gibt Tage im Parlament, an denen politische Prinzipien ungefähr so stabil wirken wie ein Gartenstuhl vom Discounter. Mittwoch im Sächsischen Landtag war genau so ein Tag.
Die Grünen kämpften plötzlich leidenschaftlich für Schlachthöfe, die AfD half brav mit der Mehrheit aus – und die CDU wusste am Ende nicht mehr, ob sie sich mehr über den Antrag oder über das Ergebnis aufregen sollte.
Ausgerechnet die Partei, die normalerweise eher über Sojamilch, Lastenräder und CO₂-Bilanzen spricht, entdeckte ihr Herz für regionale Fleischverarbeitung.
Kleine Schlachthöfe seien wichtig für die regionale Wirtschaft, hieß es plötzlich. Weniger Bürokratie, weniger Gebühren und mehr Unterstützung für Metzgerbetriebe wurden gefordert.
Man rieb sich verwundert die Augen:
Die Grünen als Schutzpatron der Wursttheke.
Nun haben die Grünen im Sächsischen Landtag ungefähr so viele Stimmen wie eine mittelgroße Kegelrunde. Eigentlich reicht das meistens für moralische Appelle, aber selten für echte Mehrheiten.
Doch dann geschah das politische Wunder von Dresden.
Während CDU und andere Parteien noch überlegten, wie man sich elegant enthalten könnte, machte die AfD kurzen Prozess:
Hand hoch.
Dazu noch Stimmen vom BSW und den Freien Wählern – fertig war die Mehrheit.
55 zu 52 Stimmen.
Der grüne Antrag war angenommen.
Nicht wegen einer linken Klima-Allianz.
Nicht wegen großer Überzeugungsarbeit.
Sondern wegen der AfD.
Und plötzlich wurde es hektisch im Plenarsaal.
Die Grünen wollten natürlich auf keinen Fall den Eindruck erwecken, sie hätten gemeinsam mit der AfD gewonnen.
Die CDU wiederum tat so, als hätten die Grünen gerade persönlich die Demokratie abgeholt und an der Garderobe abgegeben.
Es wurde geschimpft, empört diskutiert und moralisch hyperventiliert.
Nur die AfD saß grinsend da und genoss die Vorstellung vermutlich wie ein Popcornkino.
Genau das ist das Problem einer Minderheitsregierung:
Man kann Anträge stellen.
Aber man kann nicht kontrollieren, wer am Ende zustimmt.
Die parlamentarische Mathematik interessiert sich nämlich herzlich wenig für moralische Pressemitteilungen.
Und so kam es zu einem dieser seltenen politischen Momente, in denen plötzlich alle gleichzeitig behaupten:
Am Ende bleibt die Erkenntnis:
Die Grünen wollten Sachsens Schlachthöfe retten.
Die AfD hat ihnen dabei geholfen.
Die CDU bekam Schnappatmung.
Und die Brandmauer steht weiterhin fest und stabil da – allerdings inzwischen mit einem ausgewachsenen Scheunentor inklusive elektrischem Garagenöffner.
Man muss es als RB-Leipzig-Fan inzwischen leider ziemlich klar sagen: Mit dem...
BeiDie RedaktionDonnerstag, 14.05.2026Nichts muss passiert sein – aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt für...
BeiDie RedaktionDonnerstag, 14.05.2026Als RB-Leipzig-Fan hat man bei solchen Schlagzeilen inzwischen fast schon reflexartig schlechte...
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BeiDie RedaktionDonnerstag, 14.05.2026
Im Rahmen von Kritik und Selbstkritik vor der Delegiertenversammlung könnten Valentin Lippmann, PGF der Grünen und Katja Meier ihre Mandate abgeben, oder?
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