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Chrysler Building verkauft: New Yorks berühmtester Oldtimer bekommt jetzt eine Generalüberholung

manolofranco (CC0), Pixabay
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Es gibt Gebäude, die verkauft werden.

Und es gibt Gebäude, bei denen man fast erwartet, dass der Makler bei der Schlüsselübergabe weiße Handschuhe trägt.

Das Chrysler Building in New York gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

Nach langer Käufersuche hat der berühmte Wolkenkratzer nun einen neuen Investor gefunden. Tishman Speyer will rund 235 Millionen Dollar in das Gebäude stecken.

Also ungefähr das, was man bei einem 96 Jahre alten Hochhaus wohl als „kleine Renovierung“ bezeichnet.

Erst einmal Elektrik, Klima und Technik

Das 1930 eröffnete Gebäude ist weltberühmt.

Vor allem wegen seines glänzenden Edelstahldachs, das an alte Chrysler-Kühlerhauben erinnert.

Optisch also Ikone.

Technisch offenbar eher:

„Da müsste mal jemand ran.“

Geplant ist eine umfassende Sanierung der Mechanik und Elektrik.

Auch die Klimaanlage soll erneuert werden.

Was bei einem New Yorker Sommer keine ganz unwichtige Investition ist.

Denn so schön Art déco auch aussieht – bei 34 Grad im Büro hilft einem selbst die schönste Edelstahlspitze nichts.

Die 61. Etage bekommt Essen mit Aussicht

Besonders interessant ist der Plan für die 61. Etage.

Dort soll ein Gastronomiebereich entstehen.

Mit Außenterrassen.

Das bedeutet:

Künftig kann man möglicherweise sehr weit oben essen und dabei auf Manhattan hinunterschauen.

Vermutlich wird dann irgendwann jemand sagen:

„Der Burger kostet 48 Dollar.“

Und der Kellner antwortet:

„Aber schauen Sie doch auf die Aussicht.“

Tishman Speyer kennt das Gebäude schon

Der neue Investor ist übrigens kein völlig Fremder.

Tishman Speyer hatte bereits von 1997 bis 2019 einen Pachtvertrag für das Chrysler Building.

Man könnte also sagen:

Man kennt sich.

Das Gebäude ist damit ein bisschen wie eine alte Beziehung, bei der man nach einigen Jahren feststellt:

Eigentlich war es doch ganz schön damals.

Nur die Elektrik müsste dringend gemacht werden.

Dann kam Signa

In den vergangenen Jahren wurde es komplizierter.

Zu den letzten Eigentümern gehörte die Signa-Gruppe von Rene Benko.

Nach der Signa-Insolvenz 2023 musste der Anteil verkauft werden.

Seitdem gestaltete sich die Suche nach einem neuen Käufer offenbar nicht ganz einfach.

Was bei Immobilien eigentlich erstaunlich klingt.

Schließlich handelt es sich nicht um irgendeine Zwei-Zimmer-Wohnung mit Durchgangszimmer.

Es ist das Chrysler Building.

Aber auch bei einem Wahrzeichen gilt:

Lage allein ist nicht alles.

Denkmalschutz trifft moderne Bürowelt

Ein Problem bei der Käufersuche waren die strengen Denkmalschutzauflagen.

Denn wer das Chrysler Building modernisieren will, kann nicht einfach sagen:

„Die Fassade machen wir mal komplett neu.“

Außerdem entspricht das Gebäude nicht überall heutigen Bürostandards.

Die Fenster sind vergleichsweise klein.

Die Decken niedriger als in modernen Bürohochhäusern.

Man könnte also sagen:

Außen Hollywood.

Innen stellenweise 1930.

Und genau das macht die Sanierung kompliziert.

235 Millionen Dollar gegen den Zahn der Zeit

Nun sollen rund 235 Millionen Dollar investiert werden.

Das klingt gewaltig.

Bei einem Gebäude dieser Größe ist es aber wahrscheinlich eher die Kategorie:

„Wir fangen mal an.“

Mechanik.

Elektrik.

Klimaanlage.

Gastronomie.

Terrassen.

Dazu vermutlich tausend Kleinigkeiten, die bei einem fast hundert Jahre alten Hochhaus erst dann auffallen, wenn man eine Wand öffnet.

Jeder, der schon einmal einen Altbau renoviert hat, kennt das Prinzip.

Nur eben mit 77 Stockwerken.

Und Signa?

Für die Signa-Gruppe ist das Kapitel damit endgültig weitergezogen.

Ein weiteres prominentes Objekt hat einen neuen Eigentümer.

Das Chrysler Building bleibt.

Der Name bleibt.

Die Spitze bleibt.

Nur die Besitzverhältnisse haben wieder einmal gewechselt.

Kommentar

Vielleicht ist das die schönste Nachricht an der ganzen Geschichte.

Das Chrysler Building wird nicht abgerissen.

Es wird nicht zu irgendeinem austauschbaren Glasturm umgebaut.

Es wird renoviert.

Ein Gebäude aus dem Jahr 1930 bekommt also eine neue Zukunft.

Und irgendwie passt das.

Denn manchmal ist das Beste bei einer alten Immobilie nicht, sie komplett neu zu erfinden.

Sondern dafür zu sorgen, dass sie wieder funktioniert.

Mit neuer Elektrik.

Neuer Klimaanlage.

Und wahrscheinlich sehr teurem Essen in der 61. Etage.

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