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Brasilien: Gericht verurteilt Volkswagen wegen Sklavenarbeit

Simon (CC0), Pixabay
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Ein brasilianisches Gericht hat den Autokonzern Volkswagen zu einer Rekordstrafe verurteilt. Hintergrund sind schwere Menschenrechtsverletzungen auf einer Farm im Norden Brasiliens in den 1970er- und 1980er-Jahren, die dem Unternehmen zugerechnet werden.

Zwangsarbeit unter entwürdigenden Bedingungen

Nach den Feststellungen des Gerichts wurden Arbeiter auf einer von Volkswagen betriebenen Farm unter sklavenähnlichen Bedingungen eingesetzt. Sie lebten wie Leibeigene, waren gezwungen, unter katastrophalen Umständen zu arbeiten und wurden von bewaffneten Kräften überwacht. Nahrung, medizinische Versorgung und Freiheit der Bewegung seien massiv eingeschränkt gewesen.

Höchste Strafe in Brasiliens Geschichte bei Sklavenarbeit

Die brasilianische VW-Tochter wurde zur Zahlung von umgerechnet über 26 Millionen Euro verurteilt. Es handelt sich damit um die höchste Geldstrafe, die jemals in Brasilien im Zusammenhang mit Fällen von Zwangs- und Sklavenarbeit verhängt wurde.

Reaktion des Konzerns

Volkswagen erklärte nach der Urteilsverkündung, dass man die Entscheidung nicht akzeptieren wolle und kündigte an, in Berufung zu gehen. Das Unternehmen betonte, es handele sich um Vorgänge aus einer lange zurückliegenden Zeit, die juristisch noch geprüft würden.

Historischer Kontext

Die Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen auf brasilianischen Plantagen und Farmen hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Immer wieder wird berichtet, dass internationale Konzerne in der Militärdiktatur Brasiliens (1964–1985) von Zwangsarbeit profitierten. Der Fall Volkswagen gilt als besonders brisant, da er zeigt, wie eng ein deutscher Industriekonzern in lokale Macht- und Unterdrückungsstrukturen eingebunden war.

Signalwirkung des Urteils

Menschenrechtsorganisationen begrüßten die Entscheidung als wegweisend. Sie erhoffen sich davon eine abschreckende Wirkung auf andere Unternehmen, die in Brasilien tätig sind. Gleichzeitig gilt das Urteil als starkes Signal, dass historische Formen von Ausbeutung auch Jahrzehnte später noch juristisch aufgearbeitet werden können.

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