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BaFin warnt vor handelq(.)com und bulltrading24(.)com – Was betroffene Anleger jetzt tun sollten

Pacholek-cz (CC0), Pixabay
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Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt aktuell vor den Websites handelq(.)com und bulltrading24(.)com. Nach Angaben der Finanzaufsicht besteht der Verdacht, dass die unbekannten Betreiber ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz- und Kryptowerte-Dienstleistungen anbieten.

Auf den Plattformen werde damit geworben, dass Anleger über angebliche Handelsplattformen in Finanzinstrumente und Kryptowährungen investieren könnten. Die BaFin weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass keine Zulassung beziehungsweise Erlaubnis für diese Angebote vorliegt.

Die Warnung erfolgte am 19.05.2026 auf Grundlage von § 37 Abs. 4 Kreditwesengesetz sowie § 10 Absatz 7 Kryptomärkteaufsichtsgesetz.

Gleichzeitig mahnt die BaFin gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und den Landeskriminalämtern zur besonderen Vorsicht bei Geldanlagen im Internet. Anleger sollten Angebote sorgfältig prüfen und sich nicht von professionell wirkenden Webseiten oder hohen Gewinnversprechen täuschen lassen.

Rechtsanwalt Niklas Linnemann: „Schnelles und strukturiertes Handeln ist jetzt entscheidend“

Aus Sicht von Rechtsanwalt Niklas Linnemann sollten betroffene Anleger jetzt möglichst schnell handeln – insbesondere dann, wenn bereits Geld überwiesen oder persönliche Daten an die Plattformen übermittelt wurden.

Zunächst empfiehlt Linnemann, sämtliche Unterlagen und Kommunikationsdaten zu sichern. Dazu gehören:

  • Zahlungsnachweise,
  • Kontoauszüge,
  • E-Mails,
  • Chatverläufe,
  • Telefonnummern,
  • Wallet-Adressen,
  • Screenshots der Plattform,
  • sowie Namen angeblicher Ansprechpartner.

Gerade bei mutmaßlich unerlaubten Online-Handelsplattformen sei eine vollständige Dokumentation später oft entscheidend.

Keine weiteren Einzahlungen leisten

Besonders wichtig sei laut Linnemann:
Betroffene sollten keinesfalls weitere Einzahlungen leisten — auch dann nicht, wenn angebliche Broker Druck ausüben oder behaupten, Verluste könnten nur durch Nachzahlungen zurückgeholt werden.

Viele betrügerische Plattformen arbeiteten genau mit diesem Muster:
Zunächst würden scheinbare Gewinne angezeigt, später werde versucht, Anleger zu weiteren Überweisungen zu bewegen.

Bank und Kryptobörsen sofort informieren

Falls bereits Zahlungen erfolgt sind, sollte umgehend die eigene Bank informiert werden. Unter Umständen könnten Überweisungen noch gestoppt oder überprüft werden.

Wurden Kryptowährungen transferiert, empfiehlt Linnemann zusätzlich:

  • Kontaktaufnahme mit der verwendeten Kryptobörse,
  • Sicherung aller Wallet-Daten,
  • sowie eine technische Nachverfolgung der Zahlungswege.

Denn auch wenn Kryptotransaktionen schwierig zurückzuholen seien, könnten Ermittlungsbehörden später wichtige Informationen daraus gewinnen.

Strafanzeige und rechtliche Prüfung

Rechtsanwalt Linnemann rät außerdem dazu, frühzeitig Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten und parallel anwaltlich prüfen zu lassen, ob zivilrechtliche Ansprüche bestehen könnten.

Dabei gehe es unter anderem um:

  • mögliche Rückforderungsansprüche,
  • Schadensersatz,
  • Haftungsfragen,
  • oder Ansprüche gegen Zahlungsdienstleister.

Gerade bei internationalen Plattformen sei schnelles Handeln wichtig, da Gelder häufig sehr schnell weitergeleitet würden.

Warnsignal: Fehlende BaFin-Zulassung

Ein besonders ernstes Warnsignal sei laut Linnemann immer dann gegeben, wenn Unternehmen Finanz- oder Kryptodienstleistungen anbieten, aber nicht in der Unternehmensdatenbank der BaFin auftauchen.

Denn:
Wer in Deutschland Bank-, Finanz- oder Kryptodienstleistungen anbietet, benötigt grundsätzlich eine entsprechende Zulassung der Finanzaufsicht.

Fehlt diese Erlaubnis, sollten Anleger äußerste Vorsicht walten lassen.

Fazit

Die Warnung der BaFin zu handelq(.)com und bulltrading24(.)com zeigt erneut, wie professionell mutmaßliche Online-Anlagebetrüger heute auftreten.

Aus Sicht von Rechtsanwalt Niklas Linnemann gilt deshalb:
Ruhe bewahren, keine weiteren Zahlungen leisten, sämtliche Unterlagen sichern und schnell rechtliche Schritte prüfen lassen. Gerade bei digitalen Finanzplattformen kann schnelles Handeln entscheidend sein, um Schäden zu begrenzen und mögliche Ansprüche zu sichern.

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