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Australien

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Der Aufstieg von Pauline Hanson galt lange als politischer Betriebsunfall. Nun könnte er zum Vorboten eines größeren Umbruchs werden.

Die rechtspopulistische One-Nation-Partei der 70-Jährigen erzielt in Australien überraschend starke Umfragewerte – und hat bei einer Regionalwahl erstmals auch außerhalb ihrer Hochburg Queensland einen Durchbruch geschafft. In Südaustralien kam sie auf mehr als 20 Prozent der Stimmen und wurde zweitstärkste Kraft.

Zwar gewann die regierende Labor-Partei die Wahl deutlich. Doch der eigentliche Gewinner könnte eine andere sein: One Nation zieht mit mehreren Abgeordneten ins Parlament ein – vor allem zulasten der konservativen Liberalen.

Für Australiens politisches System ist das ein Warnsignal. Jahrzehntelang wurde die Politik des Landes von zwei großen Lagern dominiert. Nun zeigt sich, was in vielen westlichen Demokratien bereits Realität ist: Wähler wenden sich von den etablierten Parteien ab.

Der Erfolg von One Nation speist sich dabei nicht allein aus klassischer Proteststimmung. Themen wie steigende Lebenshaltungskosten und Wohnraummangel treiben viele Wähler um. Migration bleibt zwar ein zentrales Motiv der Partei – doch entscheidend ist zunehmend das Gefühl, von der Politik nicht mehr vertreten zu werden.

„Ein sehr bedrohliches Zeichen“ nennt das der Meinungsforscher Kos Samaras. Vor allem die konservative Opposition wirkt angeschlagen und findet kaum Antworten auf soziale und wirtschaftliche Sorgen.

Dabei ist One Nation kein neuer Akteur. Pauline Hanson prägt die Partei seit den Neunzigerjahren – mit scharfer Rhetorik gegen Migration und provokanten Auftritten. Ihr politischer Weg verlief jedoch lange in Wellen: frühe Erfolge, tiefer Absturz, jahrelange Bedeutungslosigkeit.

Erst 2016 kehrte Hanson in den Senat zurück. Seitdem gelingt es ihr, ihre Partei wieder zu stabilisieren – nun offenbar mit wachsendem Erfolg.

Der jüngste Wahlausgang deutet darauf hin, dass sich die Kräfteverhältnisse verschieben könnten. Noch ist One Nation weit davon entfernt, landesweit dominierend zu werden. Doch die Entwicklung zeigt: Auch in Australien gerät das politische Gleichgewicht ins Wanken.

Und was lange als Randphänomen galt, rückt zunehmend ins Zentrum.

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