In mehreren US-Bundesstaaten, darunter Kalifornien und New Jersey, steigen derzeit die Fälle des Humanen Metapneumovirus (HMPV). Das Virus kann sowohl die oberen als auch die unteren Atemwege infizieren. Laut den US-Gesundheitsbehörden (CDC) gibt es derzeit weder einen Impfstoff noch eine spezifische antivirale Behandlung gegen HMPV.
Die medizinische Behandlung konzentriert sich daher vor allem auf die Linderung der Symptome. In den meisten Fällen erholen sich Betroffene von selbst. Ärztinnen und Ärzte empfehlen Erkrankten, ausreichend Flüssigkeit zu trinken, sich auszuruhen und möglichst zu Hause zu bleiben. Bei schweren Atemproblemen kann laut Cleveland Clinic auch Sauerstofftherapie notwendig sein.
Kein neues Virus
HMPV ist kein neu entdecktes Virus. Es wurde bereits 2001 erstmals identifiziert. Dennoch sind die Fallzahlen in den USA zuletzt wieder gestiegen.
Nach Daten des National Respiratory and Enteric Virus Surveillance System (NREVSS) lag der Anteil von HMPV zuletzt bei etwas mehr als 5 Prozent der wöchentlich gemeldeten positiven Atemwegsvirus-Tests, nachdem er eine Woche zuvor noch bei rund 3,8 Prozent lag. Während eines Ausbruchs im April 2025 hatte der Anteil mit 7,43 Prozent einen Höhepunkt erreicht.
In New Jersey hat die Kombination aus steigenden HMPV-Fällen sowie Infektionen mit RSV, COVID-19 und Grippe zu einem deutlichen Anstieg von Notaufnahmen geführt.
Auch in Teilen Nordkaliforniens wurden hohe Konzentrationen des Virus in Abwasserproben festgestellt. Diese Daten stammen aus dem öffentlichen Überwachungssystem WastewaterScan, das Abwasser auf Krankheitserreger untersucht.
Typische Symptome
Zu den häufigsten Symptomen von HMPV gehören:
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Husten
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verstopfte Nase
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Fieber
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Atemnot
In einigen Fällen kann sich die Erkrankung zu Bronchitis oder Lungenentzündung entwickeln.
Ähnlich wie die Grippe tritt das Virus saisonal auf. Die meisten Infektionen beginnen im Winter und können bis in den Frühling andauern. Die Inkubationszeit beträgt laut CDC etwa drei bis sechs Tage.
Besonders gefährdet sind kleine Kinder sowie Menschen über 65 Jahre.
Vorbeugung
Da es keinen Impfstoff gibt, empfehlen Gesundheitsbehörden allgemeine Maßnahmen zum Schutz vor Atemwegsinfektionen:
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gründliches Händewaschen
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Augen, Nase und Mund nicht mit ungewaschenen Händen berühren
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engen Kontakt mit kranken Personen vermeiden
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häufig berührte Oberflächen regelmäßig reinigen
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für gute Belüftung in Innenräumen sorgen
Wer Erkältungssymptome hat, sollte außerdem beim Husten oder Niesen Mund und Nase bedecken, um andere nicht anzustecken.
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