Bei einem mutmaßlichen Bombenanschlag in einem Restaurant im Zentrum Moskaus sind am Samstag drei Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden. Nach Angaben des russischen Antiterror-Komitees detonierte im Restaurant „Balzi Rossi“ am Kudrinskaja-Platz ein selbst gebauter Sprengsatz.
Die Frau, die den Sprengsatz bei sich getragen haben soll, kam bei der Explosion ums Leben. Zuvor war sie offenbar von einem Wachmann aufgehalten worden, der ebenfalls getötet wurde. Beim dritten Todesopfer handelt es sich laut Behörden um einen Gast des Restaurants.
Das Lokal war Medienberichten zufolge für eine private Veranstaltung reserviert. In sozialen Netzwerken wurde sowohl über eine Hochzeitsfeier als auch über den Geburtstag eines russischen Generals spekuliert. Die Behörden bestätigten diese Angaben zunächst nicht. Russland ist seit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine wiederholt Schauplatz gezielter Anschläge auf Militärangehörige und Unterstützer der russischen Führung geworden.
Ebenfalls für Aufsehen sorgte ein ukrainischer Drohnenangriff auf ein russisches Containerschiff im Schwarzen Meer. Nach Angaben der russischen Atombehörde Rosatom trafen mindestens zwei Drohnen die „Janina“ in der Nähe des Hafens von Noworossijsk. Die 17-köpfige Besatzung konnte das Schiff verlassen, bevor es sank.
Rosatom erklärte, das Schiff habe zivile Güter wie Tiefkühlwaren und Baumaterialien transportiert. Hinweise auf nukleares Material oder Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Atomsektor lagen zunächst nicht vor. Die Ukraine äußerte sich nicht zu dem Vorfall.
In Kolumbien wurden unterdessen mindestens elf Menschen bei einem Sprengstoffanschlag verletzt. Ein mit Sprengsätzen beladener Lastwagen explodierte vor einer Polizeistation in der Stadt Cúcuta nahe der Grenze zu Venezuela. Unter den Verletzten waren acht Polizisten und drei Zivilisten.
Der designierte Präsident Abelardo de la Espriella verurteilte den Angriff als terroristischen Anschlag. Seine Vereidigung soll am Freitag unter hohen Sicherheitsvorkehrungen in Cali stattfinden. Rund 11.000 Soldaten und Polizisten sollen die Zeremonie schützen. Der rechte Politiker will bewaffnete Gruppen künftig verstärkt militärisch bekämpfen.
In Hamburg demonstrierten gleichzeitig Zehntausende Menschen beim Christopher Street Day für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Die Veranstalter sprachen von etwa 300.000 Teilnehmern. Unter dem Motto „Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!“ zogen rund 60 Festwagen durch die Innenstadt.
Die Parade fand eine Woche nach einem islamistisch motivierten Anschlag am Rande der Berliner CSD-Feiern statt. Dabei war eine Frau getötet worden, 31 weitere Menschen wurden verletzt. Trotz gestiegener Sicherheitsbedenken beteiligten sich auch in Bonn, Amsterdam, Brighton und weiteren Städten zahlreiche Menschen an Pride-Veranstaltungen.
Der Christopher Street Day erinnert an den Aufstand queerer Menschen nach einer Polizeirazzia im New Yorker „Stonewall Inn“ im Juni 1969. Die Ereignisse gelten als wichtiger Ausgangspunkt der modernen Bewegung für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transpersonen.
Kommentar hinterlassen