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Analyse: Der Ukraine-Krieg ist jetzt Trumps Krieg

geralt (CC0), Pixabay
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Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Krieg begonnen. Joe Biden konnte ihn nicht stoppen. Doch in dieser Woche wird der Angriffskrieg gegen die Ukraine zu einem Konflikt, den US-Präsident Donald Trump politisch und moralisch verantwortet – ob er es will oder nicht.

Trump übernimmt den Krieg – aus freien Stücken

Trump hätte sich vollständig aus dem Krieg heraushalten können. Doch stattdessen wählte er den entgegengesetzten Weg: Er verkündete, er könne den Krieg in „24 Stunden“ beenden, dann setzte er eine Frist von 100 Tagen. Während er sich zunächst dem russischen Präsidenten annäherte und dessen Narrative übernahm, griff er den ukrainischen Präsidenten Selenskyj später öffentlich an.

Trump forderte von den NATO-Verbündeten höhere Verteidigungsausgaben – mit Erfolg –, doch seine diplomatischen Bemühungen im Ukraine-Konflikt blieben weitgehend wirkungslos.

Wichtige Entscheidungen, schwache Resultate

In den letzten zwei Wochen aber traf Trump zentrale Entscheidungen, die den Krieg zu seinem Konflikt machten:

  • Er erkannte, dass Putin keinen Frieden will.
  • Er sah, dass die Ukraine dringend Waffen braucht – half aber nur halbherzig.
  • Er antwortete auf die nuklearen Drohungen des russischen Ex-Präsidenten Medwedew mit eigenen: Die USA würden atomar reagieren, notfalls mit Atom-U-Booten nahe der russischen Küste.

Die USA gingen damit innerhalb weniger Wochen vom Einfrieren der Militärhilfe zur Androhung nuklearer Eskalation über.

Sanktionen oder ein Rückzug?

Jetzt steht Trump vor einer entscheidenden Frage: Wird er Russland und dessen Kundenstaaten wie Indien und China mit harten Sekundärsanktionen belegen? Oder sucht er einen Ausweg, etwa über ein Treffen seines Sondergesandten in Moskau – oder gar ein Gipfeltreffen mit Putin?

Indien macht keinen Hehl daraus, dass es russisches Öl mit Gewinn weiterverkauft. Trump kündigte Strafzölle gegen das Land an. China hingegen ist wirtschaftlich stark abhängig von russischer Energie – ein Stopp scheint für Peking unmöglich.

Trump könnte sich erneut drücken. In Washington nennt man das inzwischen einen „TACO-Moment“ – Trump Always Chickens Out (Trump kneift immer). Doch die politische Realität lässt ihm kaum Raum dafür.

Der Krieg wird zur persönlichen Verantwortung

In den Worten des früheren US-Außenministers Colin Powell: „Wenn die USA etwas zerbrechen, gehört es ihnen.“
Trump hat den Krieg nicht begonnen – aber durch sein Handeln und Nichthandeln trägt er nun die Verantwortung.

Seine „America First“-Ideologie erlaubt ihm nicht, sich nur als Sieger feiern zu lassen. Wer Präsident ist, trägt auch die Last der Krisen, die er nicht kontrollieren kann.

Parallelen zur Vergangenheit

Auch Barack Obama hatte geerbte Kriege: In Irak zog er sich zurück, in Afghanistan scheiterte seine Truppenaufstockung. Der Krieg wurde „Obamas Krieg“.
Trump wiederum übergab Biden das Chaos von Afghanistan, das 2021 im katastrophalen Abzug gipfelte – von Republikanern seither als demokratisches Totalversagen inszeniert.

Nun steht Trump vor dem gleichen Dilemma: Die Ukraine bleibt im Krieg, Russland will keine Verhandlungen, sondern eine Kapitulation Kiews. Gleichzeitig sterben täglich Zivilisten, Kinder wie der zehnjährige Tymur Hryhorenko, getötet bei einem russischen Luftschlag.

Ein Konflikt mit globaler Tragweite

Was in der Ukraine geschieht, beeinflusst die Sicherheit Europas, die Position Chinas – und die Zukunft der internationalen Ordnung.
Trump steht vor seiner härtesten außenpolitischen Bewährungsprobe. Wird er harte, unbequeme Entscheidungen treffen – mit wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen? Oder versucht er, sich aus der Verantwortung zu stehlen?

Fest steht: Der Ukraine-Krieg ist jetzt Trumps Krieg.


 

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