Die Auswahl der American League hat das 96. MLB-All-Star-Game in Philadelphia deutlich für sich entschieden. Vor den Zuschauern im Citizens Bank Park setzte sich das Team mit 4:0 gegen die National League durch und feierte damit seinen elften Erfolg in den vergangenen 13 Ausgaben des traditionsreichen Schaulaufens.
Grundlage des Sieges war eine nahezu fehlerfreie Leistung der Pitcher. Die Werfer der American League ließen insgesamt nur drei gegnerische Hits zu und verbuchten 15 Strikeouts. Erstmals seit 2013 blieb damit wieder eine Mannschaft im All-Star-Game ohne eigenen Run. Damals hatte die American League ebenfalls gewonnen – mit 3:0.
Dylan Cease gab bereits im ersten Inning die Richtung vor. Der Starter der Toronto Blue Jays schlug drei Batter per Strikeout aus und setzte damit den Auftakt für einen Abend, an dem die Offensive der National League kaum gefährlich wurde.
Auf der Gegenseite geriet Phillies-Pitcher Cristopher Sánchez früh unter Druck. Nach einem Hit von Yordan Álvarez und zwei Walks waren die Bases geladen. Cody Bellinger nutzte die Gelegenheit und brachte mit einem Single zwei Läufer nach Hause. Kurz darauf erhöhte Ben Rice mit einem weiteren Treffer auf 3:0.
Bellinger, der für die New York Yankees spielt, wurde nach der Partie zum wertvollsten Spieler des All-Star-Games gewählt. Besonders bemerkenswert war sein Auftritt, weil er vor dem Publikum in Philadelphia spielte und als Akteur eines rivalisierenden Klubs nicht unbedingt mit uneingeschränkter Unterstützung rechnen konnte.
Nach dem turbulenten ersten Inning bestimmten vor allem die Pitcher das Geschehen. Die National League stabilisierte sich zwar defensiv, fand offensiv aber keine Mittel gegen die wechselnden Werfer der American League. Juan Soto gelang erst im vierten Inning der erste Hit seines Teams.
Auch in den folgenden Durchgängen blieben klare Chancen selten. Selbst die Hereinnahme zahlreicher Stars änderte wenig am Spielverlauf. Bryce Harper wurde vom heimischen Publikum lautstark begrüßt, musste sich bei seinem Schlagversuch jedoch ebenfalls per Strikeout geschlagen geben.
Für den Schlusspunkt sorgte Miguel Vargas von den Chicago White Sox. Der frühere Dodgers-Spieler schlug im achten Inning einen Solo-Homerun ins linke Außenfeld und erhöhte auf 4:0. Vargas wurde damit erst der dritte White-Sox-Spieler nach Frank Thomas und Magglio Ordóñez, dem ein Homerun in einem MLB-All-Star-Game gelang.
Im letzten Inning sicherten zunächst Jhoan Duran und anschließend Aroldis Chapman sowie Bryan Baker den Erfolg ab. Baker erzielte schließlich das letzte Aus und vollendete den Shutout.
Die National League kam während der gesamten Partie nur zu drei Hits. Trotz der Unterstützung des heimischen Publikums und der Beteiligung aller sechs Vertreter der Philadelphia Phillies gelang kein einziger Run. Die Anzeigetafel zeigte am Ende ein klares 4:0 für die American League.
Eine kurze Schrecksekunde gab es für Junior Caminero. Der Spieler der Tampa Bay Rays wurde von einem Pitch an der Hand getroffen und musste die Partie verlassen. Erste Röntgenuntersuchungen ergaben jedoch keinen Bruch. Weitere medizinische Tests sollten folgen.
Das All-Star-Game bot damit weniger offensives Spektakel als frühere Ausgaben, dafür aber eine Demonstration herausragenden Pitchings. Nach der kurzen Saisonpause richtet sich der Blick der Mannschaften nun auf die zweite Hälfte der MLB-Spielzeit und die näher rückende Transferfrist.
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