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Ärger mit Riad

muflih_alhababi (CC0), Pixabay
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Donald Trumps berühmtes „Project Freedom“ hat offenbar ungefähr so lange gehalten wie ein Akku bei Google Maps im Ausland. Nach einem peinlichen diplomatischen Zusammenstoß mit Saudi-Arabien musste der US-Präsident seinen martialisch angekündigten Marineeinsatz plötzlich stoppen – offiziell natürlich wegen „großartiger Fortschritte“ im Iran-Deal. Inoffiziell offenbar eher wegen: „Du kommst hier nicht rein.“

Laut NBC News war Saudi-Arabien von Trumps spontaner Idee, mal eben die Straße von Hormus militärisch zu eskortieren, ähnlich begeistert wie ein Vegetarier von einem Grillkurs in Texas. Besonders irritierend: Offenbar hatte Washington vergessen, vorher mit den eigenen Verbündeten zu sprechen. Ein klassischer Fall von „America First, Kommunikation später“.

Die saudische Führung reagierte dem Bericht zufolge wenig amüsiert und untersagte den USA kurzerhand die Nutzung wichtiger Militärbasen und des saudischen Luftraums. Übersetzt in diplomatische Sprache bedeutet das ungefähr: „Donald, fahr deine Schiffe bitte ohne uns.“

Besonders charmant: Selbst ein Telefonat mit Kronprinz Mohammed bin Salman soll nichts gebracht haben. Man kann sich das Gespräch ungefähr vorstellen wie einen Kundendienstanruf bei einer Fluggesellschaft nach verpasstem Boarding.

Das Weiße Haus erklärte anschließend routiniert, selbstverständlich seien alle Partner „vorab informiert“ worden. Vermutlich ungefähr zeitgleich mit dem Rest der Welt – also nach den ersten Schlagzeilen auf CNN.

Trump selbst präsentierte den abrupten Rückzug natürlich sofort als genialen Verhandlungserfolg. Der Iran habe bereits praktisch allem zugestimmt, erklärte er. Welche Punkte genau, blieb wie üblich im Bereich zwischen „strategischer Geheimhaltung“ und „wir schauen später mal“.

Teheran reagierte dagegen deutlich nüchterner. Dort sprach man eher von einer amerikanischen Wunschliste als von einem echten Durchbruch. Trotzdem prüft der Iran inzwischen den neuen US-Vorschlag – vermutlich auch, weil beide Seiten langsam merken, dass Krieg teuer ist und explodierende Ölpreise selbst auf Truth Social keine gute Stimmung erzeugen.

Währenddessen versucht Trump weiter, gleichzeitig Friedensstifter und Drohkulisse zu spielen. Einerseits spricht er von „sehr guten Gesprächen“, andererseits kündigt er neue Bombardierungen mit „viel höherer Intensität“ an, falls kein Deal zustande kommt. Diplomatie à la Trump eben: erst Drohung, dann Deal, dann Gegendarstellung, dann nächster Post.

Und irgendwo zwischen blockierten Öltankern, verärgerten Golfstaaten und hektischen Pressekonferenzen bleibt vor allem die Erkenntnis: Selbst Supermächte sollten vielleicht vorher fragen, bevor sie „Projekt Freiheit“ starten.

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