In Wurzen wird gerade Kommunalpolitik auf eine ganz neue Ebene gehoben:
Wenn eine peinliche Niederlage öffentlich wird, dann ist natürlich nicht die eigene Entscheidung das Problem – sondern dass jemand darüber gesprochen hat.
Oberbürgermeister Marcel Buchta wollte die Kämmerin loswerden, der Stadtrat sagte nö, die Sache wurde bekannt – und jetzt lautet die politische Antwort offenbar:
Mehr Geheimhaltung, weniger Information, bitte danke.
Klingt irgendwie vertraut.
Fast so, als hätte jemand in Wurzen gedacht:
„Was würde Trump tun?“
Richtig:
Nicht die Pleite erklären – erstmal die Informationslecks bekämpfen.
Willkommen in der Stadtverwaltung Mar-a-Lago
Der Plan des OBM:
Künftig sollen sensible Informationen nicht mehr vollständig in Beschlussvorlagen stehen.
Wer mehr wissen will, darf zur Akteneinsicht ins Rathaus pilgern – vermutlich zwischen Dienstag 10:15 Uhr und Mittwoch 11:03 Uhr, sofern der Mond richtig steht und kein Brückentag ist.
Für ehrenamtliche Stadträte natürlich ein Traum.
Arbeiten, Familie, Alltag – und dann noch kurz auf Schatzsuche in der Verwaltung.
Oder wie man es in Wurzen jetzt wohl nennt:
Transparenz mit Hindernisparcours.
Das eigentliche Problem? Offenbar nicht die Blamage
Man könnte ja meinen, nach so einer Nummer würde ein Oberbürgermeister sagen:
„Gut, mein Kündigungsversuch ist gescheitert, vielleicht reflektieren wir mal.“
Aber nein.
Stattdessen:
Neue Regeln! Mehr Kontrolle! Weniger Infos!
Das ist politisch ungefähr so elegant wie:
- Haus brennt
- Rauchmelder piept
- Lösung: Rauchmelder abschrauben
Fazit: Wurzen braucht kein Rathaus auf Truth Social
Wenn ein OBM erst versucht, intern durchzuregieren, dann öffentlich über Medien kommuniziert und danach den Stadträten weniger Unterlagen geben will, weil seine Niederlage rausgekommen ist, dann wirkt das nicht nach Führung.
Das wirkt nach:
„Ich habe verloren, also ändere ich jetzt die Spielregeln.“
Ganz ehrlich:
Wurzens OBM macht gerade den Trump in klein.
Nur ohne Air Force One, aber mit ähnlicher Dünnhäutigkeit.
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