In den USA versuchen immer mehr kleinere Städte, neue Einwohner mit finanziellen Anreizen anzulocken. Besonders gefragt sind Menschen, die im Homeoffice arbeiten und deshalb nicht an einen bestimmten Wohnort gebunden sind.
Ein Beispiel ist Muncie im Bundesstaat Indiana. Die Stadt mit rund 65.000 Einwohnern zahlt Zugezogenen bis zu 5.000 Dollar für ihren Umzug.
Eine alleinerziehende Mutter aus Portland nutzte das Angebot und zog mit ihren zwei Kindern rund 3.200 Kilometer nach Osten. Ihr Gehalt von 107.000 Dollar im Jahr blieb unverändert, weil sie weiterhin für dieselbe Bank arbeitet.
Finanziell machte sich der Wechsel deutlich bemerkbar. In Portland zahlte sie monatlich 1.290 Dollar Miete. In Muncie liegen Hypothek, Hausversicherung und Grundsteuer für ihr eigenes Einfamilienhaus zusammen bei etwa 1.100 Dollar.
Hinzu kommen niedrigere Einkommenssteuern, günstigere Autoversicherung und geringere Energiekosten. Insgesamt bleiben ihr nach eigenen Angaben nun etwa 600 Dollar mehr pro Monat.
Muncie gehört zu mehreren US-Kommunen, die über die Plattform „MakeMyMove“ gezielt Menschen aus teuren Großstädten anwerben. Neben Bargeld gibt es teilweise weitere Extras wie Kinokarten, Restaurantgutscheine, Fitnessmitgliedschaften oder sogar Wein.
Rund 100 Familien sollen über das Programm bereits nach Muncie gezogen sein.
Auch andere Regionen setzen auf diese Strategie. Eine Wissenschaftlerin verließ etwa das teure San Diego und zog in eine Kleinstadt in Illinois. Dort erhielt sie ebenfalls 5.000 Dollar sowie zusätzliche Leistungen im Wert von 4.000 Dollar.
Während sie in San Diego 3.000 Dollar monatlich für eine Einzimmerwohnung zahlte, besitzt sie heute ein Haus mit drei Schlafzimmern und einer monatlichen Hypothekenrate von 1.868 Dollar.
Grund für diesen Trend sind vor allem die hohen Lebenshaltungskosten in vielen amerikanischen Metropolen. Gleichzeitig hat die zunehmende Verbreitung von Homeoffice dazu geführt, dass Beschäftigte ihren Wohnort flexibler wählen können.
Ganz ohne Nachteile ist der Umzug in kleinere Städte allerdings nicht. Weniger Restaurants und Freizeitangebote, größere Entfernungen zu Freunden und Familie sowie eine stärkere Abhängigkeit vom Auto gehören dazu.
Für viele überwiegen dennoch die Vorteile: günstigere Immobilien, niedrigere laufende Kosten und die Chance, sich erstmals Wohneigentum leisten zu können.
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