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Zehntausende protestieren in Lissabon gegen geplante Arbeitsrechtsreform

SantiagoGonzález (CC0), Pixabay
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Am 8. November 2025 sind zehntausende Menschen in Portugals Hauptstadt Lissabon auf die Straße gegangen, um gegen eine geplante Reform des Arbeitsrechts zu demonstrieren. Die Protestierenden werfen der Mitte-rechts-Regierung vor, grundlegende Arbeitnehmerrechte abzubauen und soziale Standards zu gefährden.

Konkret will die Regierung unter anderem Kündigungen erleichtern, Arbeiten verstärkt an externe Firmen auslagern und bestimmte Sonderurlaube einschränken – darunter auch den Trauerurlaub für Frauen nach einer Fehlgeburt. Offiziell begründet die Regierung die Maßnahmen mit dem Ziel, die Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen und die Produktivität in einem der ärmsten Länder Westeuropas zu steigern.

Die größte Gewerkschaft des Landes, die CGTP, bezeichnete die Reformen als einen der „größten Angriffe auf die Rechte von Arbeitnehmenden“ in der Geschichte Portugals. Bei der Kundgebung kündigte Generalsekretär Tiago Oliveira einen landesweiten Generalstreik für den 11. Dezember an. Das Gesetz könnte im Parlament verabschiedet werden – voraussichtlich mit Unterstützung der rechtspopulistischen Partei Chega.

Die Gewerkschaft schätzte die Teilnehmerzahl des Protests auf rund 100.000 Menschen, die die Hauptstraße Lissabons füllten. Auch internationale Medien wie die Associated Press berichteten von zehntausenden Demonstrierenden. Offizielle Zahlen der Polizei lagen zunächst nicht vor.

„Diese Reform ist eindeutig ein Rückschritt bei den Arbeitsbedingungen und könnte zu völliger Unsicherheit führen“, sagte Miriam Alves (31), Mitarbeiterin eines Medizintechnikunternehmens, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Madalena Pena (34), Archivarin, kritisierte das Vorhaben als „heimtückischen und unfairen Rückbau von Arbeitsrechten“, der vor der Parlamentswahl im Mai nicht öffentlich kommuniziert worden sei.

Neben dem Protest gegen die geplanten Änderungen forderten die Teilnehmenden auch höhere Löhne. Laut offiziellen Statistiken verdienen über 50 % der portugiesischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weniger als 1.000 Euro pro Monat.

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