Eine Woche ohne Amazon? Keine blitzschnellen Lieferungen, kein gemütliches Durchscrollen auf Prime Video, keine überteuerten Bio-Trauben von Whole Foods? Das klingt für viele wie ein apokalyptisches Szenario. Doch genau das fordert eine neue Protestbewegung.
John Schwarz, der 57-jährige Gründer der „People’s Union USA“, hat zum Wirtschafts-Blackout gegen Amazon aufgerufen. Ziel: Das Unternehmen soll endlich merken, dass es sich nicht alles erlauben kann.
Laut Schwarz ist Amazon „eines der größten, reichsten und mächtigsten Unternehmen der Welt“, das jedoch lieber Gewerkschaften bekämpft, Arbeiter auspresst und kleine Unternehmen plattmacht, statt die Welt positiv zu verändern. Oder, anders gesagt: Jeff Bezos könnte problemlos ein paar nette Dinge tun, entscheidet sich aber dagegen.
Schon Ende Februar hatte Schwarz mit einem 24-Stunden-Kaufstreik gegen Großkonzerne für Furore gesorgt – und jetzt setzt er noch einen drauf: Eine ganze Woche ohne Amazon, Zappos, Whole Foods, Ring, Twitch und Prime Video!
Nun ja. Die letzte Aktion war laut Experten vor allem ein großer Internet-Hype, aber kaum ein finanzieller Schlag für die betroffenen Unternehmen.
Einzelhändler hatten zwar im Februar weniger Kundschaft als im Vorjahr, aber Analysten glauben, dass das eher an der Nachwehen der Feiertagssaison, niedriger Konsumlaune und miesem Wetter lag – und nicht an ein paar wütenden Twitter-Usern, die für einen Tag auf Starbucks verzichteten.
Kurz gesagt: Ob Jeff Bezos nun nachts schweißgebadet aufwacht oder gemütlich mit einer Goldbestäubten Espresso-Bohne in seiner 500-Millionen-Dollar-Superyacht sitzt, bleibt fraglich.
Amazon hat sich zu dem Aufruf bisher nicht geäußert, vermutlich weil der Konzern genau weiß: Ein paar Tausend Menschen, die für eine Woche nichts bestellen, reißen kein großes Loch in ihre Kasse. Solange das restliche Amerika weiter Prime-Deals jagt, kann Jeff Bezos beruhigt ins All fliegen.
Dennoch: Die Proteste zeigen, dass die Unzufriedenheit mit Mega-Konzernen wächst. Schwarz hofft, dass sich der Widerstand langfristig aufbaut – und vielleicht, ganz vielleicht, muss Amazon dann irgendwann doch mal zuhören.
Bis dahin bleibt die große Frage: Schafft es irgendjemand wirklich, eine Woche lang nicht auf „noch schnell was bei Amazon bestellen“ zu klicken?
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