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Wie in Deutschland

Juergen_Sieber (CC0), Pixabay
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Ganz Österreich diskutiert über die neueste Studie des Instituts für Erziehungswissenschaften an der Universität Graz: Anscheinend haben die heimischen Jugendlichen einen neuen Lieblingssport – Geldausgeben für virtuelle Schätze! Laut der Studie, die heute früh veröffentlicht wurde, hat mehr als die Hälfte der befragten Schüler und Schülerinnen schon kräftig in In-Game-Käufe investiert.

Und wie tief greifen sie in die Tasche? Im Durchschnitt lassen sie etwa 170 Euro pro Jahr in den virtuellen Welten. Manche sind sogar bereit, den Preis eines kleinen Gebrauchtwagens auszugeben – bis zu 10.000 Euro für Pixelpracht! Da wird digital geshoppt, als gäbe es kein Morgen.

Smartphones, Konsolen, PCs – die Plattform ist egal, die Sucht nach Free-to-Play-Spielen mit teuren Extras bleibt die gleiche. Die Spiele locken mit der Illusion von „gratis“, aber wehe, man will der Held der Stunde sein, dann wird’s teuer. Und die Spielhersteller? Die nutzen fiese Tricks, sogenannte „Dark Patterns“, um die Kids zum Kaufen zu verführen. Ein bisschen Druck hier, ein knappes Angebot da, und schon fühlen sich die jungen Spieler wie im Kaufrausch.

Besonders beliebt sind die virtuellen Modenschauen: Da kann man seinen Avatar in ein Prinzessinnenkostüm stecken oder ihm exklusive Skins verpassen. Und in der digitalen Welt zählt der Style offensichtlich mehr als in jeder Modezeitschrift.

Der Clou an der Sache? Die Jugendlichen kaufen all diese Sachen, um sich nach einem schlechten Spiel zu trösten oder sich für gute Leistungen zu belohnen. Ein bisschen wie ein Schokoriegel nach dem Sport, nur teurer und digital.

Und dann ist da noch der soziale Druck. Selten kauft jemand alleine. Nein, die Käufe werden getätigt, wenn alle zusammen zocken, ob online oder nebeneinander auf der Couch. Die Hersteller schmeißen dazu noch Events wie „Halloween-Specials“, bei denen alles noch verlockender wird. Einer der Befragten hat sogar Geld von seinem Bruder geliehen, nur um dabei sein zu können.

Es scheint, dass das Ganze stark an Glücksspiel erinnert. Ein paar zahlen viel, viele zahlen wenig, und das Verhalten ist schwer zu kontrollieren. Manche Jugendliche könnten sogar süchtig nach diesem Spiel-Kaufrausch werden, mit allen schlechten Konsequenzen, die das mit sich bringt.

Wer sich Sorgen macht, kann sich an die steirische Fachstelle „Enter“ wenden, wo besorgte Eltern Hilfe finden können. Denn manchmal braucht es mehr als ein digitales Prinzessinnenkostüm, um echte Probleme zu lösen. Wer hätte das gedacht?

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