Nick Reiner, Sohn des bekannten Regisseurs Rob Reiner (Stand by Me, Harry und Sally, Eine Frage der Ehre) und der Produzentin Michele Singer Reiner, steht aktuell im Zentrum einer tragischen und schockierenden Geschichte, die nicht nur Hollywood erschüttert, sondern eine der prominentesten Filmfamilien Amerikas betrifft.
Anklage wegen Doppelmordes
Nick Reiner (32) wurde am Montag in Los Angeles wegen des Mordes an seinen Eltern angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft soll er seinen Vater Rob und seine Mutter Michele am frühen Morgen des 14. Dezember mit einem Messer getötet haben. Ihm werden zwei Fälle von Mord ersten Grades sowie eine Sonderanklage wegen Einsatzes einer tödlichen Waffe zur Last gelegt. Er befindet sich derzeit ohne Kaution in Untersuchungshaft.
Laut Behörden wurde Reiner am Sonntagabend festgenommen – Stunden nachdem seine Schwester die Leichen ihrer Eltern im Familienanwesen in Brentwood entdeckt hatte. Nick lebte zum Zeitpunkt der Tat in einem separaten Gästehaus auf dem Grundstück.
Ein letzter öffentlicher Auftritt – und ein Streit
Nur wenige Tage zuvor, am 9. September, war Nick Reiner bei der Premiere des Films Spinal Tap II gemeinsam mit seiner Familie öffentlich aufgetreten. Auf Pressefotos wirkte er distanziert und ernst.
Am Abend vor der Tat hatte die Familie eine Weihnachtsfeier bei Komiker Conan O’Brien besucht. Dort wurde laut einem Insider ein heftiger Streit zwischen Nick und seinem Vater beobachtet – ob dieser in direktem Zusammenhang mit der Tat steht, ist unklar.
Hollywood-Royalty – und ein Sohn mit dunkler Vergangenheit
Nick Reiner ist das mittlere von drei Kindern von Rob und Michele Reiner. Die Familie gehört zur ersten Liga der amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Robs Vater, Carl Reiner, war eine Legende des Fernsehens der 1950er-Jahre (The Dick Van Dyke Show), Rob selbst wurde in den 1970er-Jahren mit der Serie All in the Family berühmt.
Doch Nick hatte schon früh mit Drogensucht und psychischen Problemen zu kämpfen. In einem Podcast im Jahr 2018 sprach er offen über seine Vergangenheit: Er sei mit 15 Jahren zum ersten Mal in eine Entzugsklinik gekommen und habe viele Jahre lang immer wieder Rückfälle erlitten.
„Ich war einfach nur lange genug nüchtern, um wieder nach Hause zu dürfen – und dann habe ich einfach weitergemacht mit den Drogen“, so Reiner damals.
Er schilderte zudem, wie er unter Einfluss von Kokain in einem Wutanfall sein Gästehaus komplett zerstörte – vom Fernseher bis zur Lampe.
Filmprojekt als Therapie: Being Charlie
Im Jahr 2015 verarbeiteten Vater und Sohn ihre gemeinsame Geschichte in dem Film Being Charlie, den Nick Reiner mitverfasste und Rob Reiner inszenierte. Der Film erzählt die Geschichte eines Jugendlichen mit Suchtproblemen – inspiriert vom realen Leben Nick Reiners.
Während der Pressetour sprach das Vater-Sohn-Duo offen über die schwierige Vergangenheit und ihre Versuche, sie künstlerisch zu verarbeiten. Rob Reiner bezeichnete den Film damals als „das persönlichste Projekt meines Lebens.“
„Es zwang mich dazu, Nick besser zu verstehen“, sagte der Regisseur. „Und ich denke, es hat auch ihm geholfen zu sehen, was wir als Eltern durchgemacht haben.“
Nick selbst sagte damals, Humor sei für ihn ein Überlebensmechanismus im Umgang mit Entzug, Therapie und Rückfällen gewesen.
Psychische Gesundheit könnte eine Rolle spielen
Laut Bezirksstaatsanwalt Nathan Hochman könnte Nick Reiners psychische Verfassung bei den bevorstehenden Verhandlungen eine zentrale Rolle spielen. Reiner wird aktuell von Staranwalt Alan Jackson vertreten. Ein Termin für seinen ersten Auftritt vor Gericht steht noch nicht fest.
Hollywood trauert – und sucht Antworten
Der Mordfall hat nicht nur die Familie Reiner erschüttert – sondern ganz Hollywood. Freunde, Kollegen und Weggefährten äußerten sich schockiert über die Ereignisse. Besonders betroffen ist Tracy Reiner, die Tochter aus Rob Reiners früherer Ehe, die von ihm adoptiert wurde:
„Ich kam aus der großartigsten Familie überhaupt. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin im Schockzustand.“
Fazit:
Nick Reiner war ein junger Mann, der versuchte, seine inneren Dämonen zu besiegen – offen, kreativ, reflektiert. Doch jetzt steht er im Verdacht, das Unvorstellbare getan zu haben. Die Ermittlungen laufen, doch eines ist bereits klar: Eine der bekanntesten Filmfamilien Amerikas ist durch eine Tragödie zerrissen worden, die selbst in Hollywood kaum zu begreifen ist.
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