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Weihnachtsduft im Hochsommer: Lebkuchen-Hersteller unter Dauerstress

markusspiske (CC0), Pixabay
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Während draußen noch Sonnencreme, Eis und Grillduft dominieren, herrscht in den Backstuben der deutschen Lebkuchenhersteller bereits weihnachtlicher Ausnahmezustand. Über drei Monate vor dem ersten Advent laufen die Öfen heiß – Lebkuchen, Stollen und Zimtsterne werden im Akkord produziert, damit die Regale im Einzelhandel rechtzeitig gefüllt sind.

Bei Lebkuchen Schmidt in Nürnberg, einem der traditionsreichsten Anbieter des süßen Adventsgebäcks, wird aktuell im Schichtbetrieb an sechs Tagen pro Woche rund um die Uhr gebacken. Auch bei der Lambertz-Gruppe in Aachen, einem der größten Weihnachtsgebäckhersteller Europas, herrscht Hochbetrieb: Teige werden vorbereitet, Formen ausgestochen, Öfen durchgehend beheizt. Der Duft von Zimt, Nelken und Kardamom liegt über den Produktionshallen – mitten im Hochsommer.

Bald Lebkuchen im Supermarktregal

Schon in den kommenden Wochen werden die ersten weihnachtlichen Leckereien in Supermärkten auftauchen – zum Unmut mancher Verbraucher, aber zur Freude vieler Fans, die das erste Spekulatius-Päckchen im September als liebgewonnene Tradition feiern. Der frühe Verkaufsstart ist längst etabliert und folgt der starken Nachfrage, gerade auch im Exportgeschäft und Onlinehandel.

Produktion auf Rekordniveau

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im Jahr 2024 rund 81.000 Tonnen Lebkuchen, Honigkuchen und verwandte Gebäcke in Deutschland hergestellt – eine beachtliche Menge, die zeigt, wie wichtig diese saisonalen Produkte für die heimische Backindustrie sind. Insgesamt sind rund 75 Betriebe bundesweit auf die Herstellung von Weihnachtsgebäck spezialisiert.

Tradition, Technik und Termindruck

Trotz modernster Produktionslinien setzen viele Hersteller weiterhin auf bewährte Rezepturen und handwerkliche Detailarbeit – vor allem bei Premium-Produkten. Gleichzeitig stehen die Unternehmen unter wachsendem wirtschaftlichem Druck: gestiegene Rohstoffpreise, Energie- und Personalkosten sowie logistische Herausforderungen erfordern exakte Planung und effiziente Abläufe.

Dennoch: Für viele Mitarbeiter beginnt das Weihnachtsgeschäft schon im Juli – mit Hitze im Ofen und Schneeflocken auf der Verpackung. Der Rest der Republik darf sich also sicher sein: Wenn der Lebkuchen im Spätsommer ins Regal kommt, liegt monatelange Arbeit dahinter – und ein Hauch von Weihnachten mitten im Hochsommer.

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