Zehn Tage nach dem Machtwechsel in Madagaskar hat die neue Regierung dem ins Exil geflohenen ehemaligen Präsidenten Andry Rajoelina offiziell die Staatsbürgerschaft entzogen. Laut mehreren Medienberichten wurde das entsprechende Dekret bereits im Amtsblatt des Inselstaats veröffentlicht.
Begründet wird der Schritt mit dem madagassischen Staatsbürgerschaftsrecht: Wer eine zweite Staatsbürgerschaft erwirbt, verliert automatisch die madagassische. Rajoelina besitzt seit 2014 auch die französische Staatsangehörigkeit.
Streit um doppelte Staatsbürgerschaft
Dass der damalige Präsident neben der madagassischen auch die französische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, war bereits vor der Präsidentschaftswahl im November 2023 bekannt geworden. Oppositionsparteien forderten daraufhin seinen Ausschluss vom Urnengang und boykottierten die Wahl, die Rajoelina dennoch gewann.
Machtübernahme durch Militärchef
Nach wochenlangen Protesten gegen die Regierung hatte das madagassische Parlament Mitte Oktober für die Absetzung Rajoelinas gestimmt. Daraufhin übernahm Michael Randrianirina, Chef der Militäreinheit Capsat, die Kontrolle über das Land.
Das Verfassungsgericht erklärte das Präsidentenamt für vakant und beauftragte Randrianirina mit der kommissarischen Amtsführung. Kurz darauf wurde er als neuer Staatschef vereidigt. In seiner Antrittsrede versprach Randrianirina die Ausarbeitung einer neuen Verfassung und Neuwahlen innerhalb von zwei Jahren.
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