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Warum immer mehr Kanadier auf Reisen in die USA verzichten

aitoff (CC0), Pixabay
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Eine wachsende Zahl von Kanadiern entscheidet sich derzeit bewusst gegen Reisen in die Vereinigten Staaten. Gründe sind politische Spannungen, neue Zölle sowie ein allgemeines Gefühl der Ablehnung gegenüber Kanada, ausgelöst durch die jüngsten Äußerungen von Präsident Donald Trump.

Ablehnung wegen politischer Rhetorik
Viele Kanadier, wie Don Delayen, fühlen sich nach Trumps Drohungen – etwa der Idee, Kanada zum „51. Bundesstaat“ zu machen – in ihrer nationalen Souveränität verletzt. Für ihn war dies der Auslöser, seine Reise nach Kalifornien abzusagen und stattdessen Mexiko als Urlaubsziel zu wählen.

Einbruch im US-Tourismus
Im März sank die Zahl der Kanadier, die per Auto die US-Grenze überquerten, um 32 % gegenüber dem Vorjahr, während Flugreisen in die USA um 13,5 % zurückgingen. Auch US-Bundesstaaten wie Kalifornien reagierten mit Werbekampagnen, um kanadische Touristen zurückzugewinnen.

Eine Analyse der U.S. Travel Association zeigt, dass ein Rückgang von nur 10 % kanadischer Touristen den USA jährlich rund 2,1 Milliarden Dollar kosten könnte – bei den aktuellen Zahlen drohen Verluste von über 6 Milliarden Dollar im Jahr 2025.

Trend zu Reisen im eigenen Land
Der frühere Premierminister Justin Trudeau rief dazu auf, die Schönheit Kanadas neu zu entdecken. Die Reiseplattform Expedia verzeichnete entsprechend einen starken Anstieg bei Suchanfragen für kanadische Ziele wie Tofino, St. John’s und Gaspésie, aber auch für internationale Alternativen wie Delhi, Lissabon oder Thailand.

Insbesondere traditionelle Winterreiseziele wie Florida oder Arizona werden jetzt häufiger durch Destinationen wie Cancún oder Punta Cana ersetzt.

Identitätsfindung durch Reisen
Für viele Kanadier ist diese Reiseverlagerung mehr als eine politische Reaktion: Sie sehen darin auch eine Gelegenheit, die eigene Identität besser zu entdecken.

Jen McGuire, eine Journalistin aus Ontario, beschreibt es so:
„Wir sind mit amerikanischer Kultur aufgewachsen. Jetzt lernen wir, unser eigenes Land zu schätzen.“

McGuire plant Wanderungen in den kanadischen Rockies und eine Autoreise durch New Brunswick anstelle von Reisen in die USA.

 

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