Die Freude über Halloween hat 2025 einen bitteren Beigeschmack: Süßigkeiten werden deutlich teurer – und schokoladenärmer. Laut einer Analyse des Thinktanks Groundwork Collaborative auf Basis von NielsenIQ-Daten sind die Preise für Halloween-Süßigkeiten im Vergleich zum Vorjahr um 10,8 Prozent gestiegen – fast viermal so stark wie die allgemeine Inflationsrate.
Schokolade wird zum Luxusgut
Der Grund liegt vor allem im rapiden Anstieg der Kakaopreise. Weltweit stiegen die Preise für Kakaobohnen 2024 um 178 Prozent, nachdem sie bereits 2023 um 61 Prozent zugelegt hatten. Die Hauptproduzenten Ghana und die Elfenbeinküste, die rund 60 Prozent des weltweiten Kakaos liefern, leiden unter Ernteausfällen durch den Klimawandel. Zwar sind die Rohstoffpreise Anfang 2025 wieder gefallen, doch die meisten Hersteller verarbeiten noch die teuren Bestände aus dem Vorjahr – und reichen die Kosten an die Verbraucher weiter.
Selbst kleine Manufakturen wie Escazú Chocolates in North Carolina geraten unter Druck: Sie zahlen ihren lateinamerikanischen Kakaobauern das Drei- bis Vierfache des Weltmarktpreises und kämpfen zusätzlich mit steigenden Zöllen und höheren Energiekosten. Um zu überleben, verkleinern sie Portionen, wechseln in günstigere Geschäftsräume oder bieten weniger Schokolade an.
„Shrinkflation“ und Zucker statt Kakao
Auch große Konzerne wie Hershey und Mars reagieren – allerdings subtil. Sie verändern ihre sogenannte „Preis-Pack-Architektur“: Weniger Schokolade pro Packung, dafür gleichbleibender Preis. Experten sprechen von „Shrinkflation“ – einer versteckten Preiserhöhung. Manche Hersteller senken zudem den Kakaogehalt ihrer Produkte, um Kosten zu sparen: statt 75 Prozent Kakaoanteil nur noch 65 Prozent.
Laut der Untersuchung stiegen die Preise für Hershey-Mischpackungen um 22 Prozent, für Mars-Sortimente (M&M’s, Milky Way, Skittles) um 12 Prozent und für Reese’s Peanut Butter Cups um 8 Prozent. Selbst Gummibärchen von Mondelez (Sour Patch Kids) wurden um fast 10 Prozent teurer.
Mehr Gummis, weniger Kakao
Da Schokolade so teuer geworden ist, setzen Hersteller zunehmend auf zuckerhaltige Alternativen. Gummibonbons und saure Süßigkeiten liegen im Trend – ihre Verkäufe stiegen laut der US-Süßwarenvereinigung um 7 Prozent. Das spart nicht nur Kakao, sondern trifft auch den Geschmack vieler jüngerer Konsumenten.
Zudem werden neue Geschmacksrichtungen erprobt, die ohne Schokolade auskommen – etwa Zimt-Toast-KitKats oder Kürbis-Gewürz-Editionen.
Fazit
Ob Markenware oder Billigschokolade: Halloween wird 2025 spürbar teurer – und weniger „schokoladig“. Verbraucher müssen sich auf kleinere Portionen, süßere Rezepturen und höhere Preise einstellen. Ökonomen erwarten, dass die Preissteigerungen mindestens bis Valentinstag 2026 anhalten – ein weiterer Beweis, dass die Inflation selbst vor dem Süßigkeitenregal keinen Halt macht.
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