Startseite Allgemeines Warum Halloween-Süßigkeiten teurer werden – und weniger Schokolade enthalten
Allgemeines

Warum Halloween-Süßigkeiten teurer werden – und weniger Schokolade enthalten

IdeaTivas-TLM (CC0), Pixabay
Teilen

Die Freude über Halloween hat 2025 einen bitteren Beigeschmack: Süßigkeiten werden deutlich teurer – und schokoladenärmer. Laut einer Analyse des Thinktanks Groundwork Collaborative auf Basis von NielsenIQ-Daten sind die Preise für Halloween-Süßigkeiten im Vergleich zum Vorjahr um 10,8 Prozent gestiegen – fast viermal so stark wie die allgemeine Inflationsrate.

Schokolade wird zum Luxusgut

Der Grund liegt vor allem im rapiden Anstieg der Kakaopreise. Weltweit stiegen die Preise für Kakaobohnen 2024 um 178 Prozent, nachdem sie bereits 2023 um 61 Prozent zugelegt hatten. Die Hauptproduzenten Ghana und die Elfenbeinküste, die rund 60 Prozent des weltweiten Kakaos liefern, leiden unter Ernteausfällen durch den Klimawandel. Zwar sind die Rohstoffpreise Anfang 2025 wieder gefallen, doch die meisten Hersteller verarbeiten noch die teuren Bestände aus dem Vorjahr – und reichen die Kosten an die Verbraucher weiter.

Selbst kleine Manufakturen wie Escazú Chocolates in North Carolina geraten unter Druck: Sie zahlen ihren lateinamerikanischen Kakaobauern das Drei- bis Vierfache des Weltmarktpreises und kämpfen zusätzlich mit steigenden Zöllen und höheren Energiekosten. Um zu überleben, verkleinern sie Portionen, wechseln in günstigere Geschäftsräume oder bieten weniger Schokolade an.

„Shrinkflation“ und Zucker statt Kakao

Auch große Konzerne wie Hershey und Mars reagieren – allerdings subtil. Sie verändern ihre sogenannte „Preis-Pack-Architektur“: Weniger Schokolade pro Packung, dafür gleichbleibender Preis. Experten sprechen von „Shrinkflation“ – einer versteckten Preiserhöhung. Manche Hersteller senken zudem den Kakaogehalt ihrer Produkte, um Kosten zu sparen: statt 75 Prozent Kakaoanteil nur noch 65 Prozent.

Laut der Untersuchung stiegen die Preise für Hershey-Mischpackungen um 22 Prozent, für Mars-Sortimente (M&M’s, Milky Way, Skittles) um 12 Prozent und für Reese’s Peanut Butter Cups um 8 Prozent. Selbst Gummibärchen von Mondelez (Sour Patch Kids) wurden um fast 10 Prozent teurer.

Mehr Gummis, weniger Kakao

Da Schokolade so teuer geworden ist, setzen Hersteller zunehmend auf zuckerhaltige Alternativen. Gummibonbons und saure Süßigkeiten liegen im Trend – ihre Verkäufe stiegen laut der US-Süßwarenvereinigung um 7 Prozent. Das spart nicht nur Kakao, sondern trifft auch den Geschmack vieler jüngerer Konsumenten.

Zudem werden neue Geschmacksrichtungen erprobt, die ohne Schokolade auskommen – etwa Zimt-Toast-KitKats oder Kürbis-Gewürz-Editionen.

Fazit

Ob Markenware oder Billigschokolade: Halloween wird 2025 spürbar teurer – und weniger „schokoladig“. Verbraucher müssen sich auf kleinere Portionen, süßere Rezepturen und höhere Preise einstellen. Ökonomen erwarten, dass die Preissteigerungen mindestens bis Valentinstag 2026 anhalten – ein weiterer Beweis, dass die Inflation selbst vor dem Süßigkeitenregal keinen Halt macht.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

China richtet elf Mitglieder einer Betrüger-Mafia aus Myanmar hin

China hat elf Angehörige der berüchtigten Ming-Familie hingerichtet, die jahrelang groß angelegte...

Allgemeines

SIGNA:Konkurs im Konkurs – oder: Wenn der Pleitegeier auch noch Anwaltskosten frisst

Während bei Signa die Insolvenzlawine schon längst alles unter sich begraben hat...

Allgemeines

Streets of Minneapolis

Inhaltliche Zusammenfassung von „Streets of Minneapolis“ (bezogen auf Alex Pretti): Der Song...

Allgemeines

Was passiert, wenn die USA den Iran angreifen? Sieben denkbare Szenarien aus meiner Sicht

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind erneut auf einem...