Nach schweren Vorwürfen rund um Fördergelder aus Brüssel hat Federica Mogherini, Ex-Außenbeauftragte der EU und nun Ex-Rektorin des College of Europe, den sprichwörtlichen Diplomatenkoffer gepackt. Offenbar war der mit mehr als nur guten Absichten gefüllt.
„Im Einklang mit der höchsten Disziplin und Fairness, mit der ich stets meine Aufgaben wahrgenommen habe“, verkündete Mogherini heute in Brüssel, „habe ich beschlossen, zurückzutreten – aber freiwillig, versteht sich! Nicht dass jemand denkt, ich hätte was zu verbergen.“ Der ironische Unterton blieb, wie immer bei politischen Rücktritten, streng geheim.
Währenddessen schreitet die Europäische Staatsanwaltschaft zur Tat – und ermittelt nicht nur gegen Mogherini, sondern auch gegen ihren Stellvertreter Cesare Zegretti und den früheren Chef-Diplomaten des EAD, Stefano Sannino. Anklagepunkt: Alles, was im EU-Bürokratie-Bingo Punkte bringt: Beschaffungsbetrug, Korruption, Interessenkonflikte und Verrat von Berufsgeheimnissen. Kurz: Diplomatie auf höchstem Niveau.
Sannino kündigte seinerseits an, dass er „frühzeitig in Rente“ gehe – der Klassiker für alle, die entweder genug gearbeitet oder zu viel erwischt wurden.
Von der Uni zur U-Haft?
Im Zentrum des Skandals: ein mysteriös großzügig verteiltes Ausbildungsprogramm für EU-Diplomaten. Das College of Europe, also die Eliteschule für zukünftige Aktenordner-Schubser mit Weltrettungsambitionen, erhielt dafür in den Jahren 2021 und 2022 fördermittelschwangere Millionenbeträge – ausgerechnet vom Europäischen Auswärtigen Dienst, der wiederum von den Verdächtigen selbst geführt oder beeinflusst wurde.
Die Behörden vermuten: Da wurde nicht nur Wissen vermittelt, sondern vielleicht auch der ein oder andere Vertrag vorverfilzt. Hausdurchsuchungen in Brüssel, Brügge und bei den Verdächtigen sollen Licht ins Dunkel bringen – oder zumindest das Passwort für den verschlüsselten USB-Stick.
Die Frage, ob es bei der Ausschreibung fair zuging, ist derzeit so offen wie die Türen der EU-Fördertopfschränke. Sollte sich herausstellen, dass das College of Europe einen Vorsprung bei der Ausschreibung hatte, wäre das – Überraschung – nicht erlaubt. Aber wer will im Jahr 2025 noch kleinlich sein?
Fazit: Vom europäischen Spitzenparkett direkt ins Ermittlungszimmer – manche EU-Karrieren verlaufen schneller als eine Richtlinie durch den Agrarausschuss.
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