Nach der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana hat die Polizei weitere Details zu den Opfern bekannt gegeben. Von den insgesamt 40 Todesopfern sind inzwischen 24 identifiziert. Unter ihnen befinden sich elf Minderjährige sowie mehrere ausländische Staatsangehörige, teilte die Walliser Kantonspolizei am Sonntag mit. Ein nationaler Trauertag ist für Freitag angesetzt.
Zu den neu identifizierten Opfern zählen vier Schweizerinnen und sechs Schweizer, außerdem zwei Italiener sowie je eine Person mit italienisch‑emiratischer, rumänischer, französischer und türkischer Staatsangehörigkeit. Die Verstorbenen waren zwischen 14 und 39 Jahre alt. Bereits zuvor waren acht Schweizerinnen und Schweizer im Alter von 16 bis 24 Jahren identifiziert worden.
Neben den Todesopfern wurden 119 Menschen verletzt, überwiegend schwer. Die meisten von ihnen befinden sich weiterhin in kritischem Zustand. Nahezu alle Verletzten konnten inzwischen identifiziert werden, darunter 71 Schweizer, 14 Franzosen und 11 Italiener. Aufgrund begrenzter Behandlungskapazitäten in der Schweiz müssen rund 50 Verletzte ins Ausland verlegt werden, unter anderem nach Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien.
Die Ermittlungen zur Unglücksursache laufen auf Hochtouren. Die Justiz ermittelt gegen die Betreiber der Bar Le Constellation, ein französisches Ehepaar. Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen. Nach aktuellem Stand wurde der Brand offenbar durch Feuerwerksfontänen an Champagnerflaschen ausgelöst, die zu nahe an die Decke gehalten wurden.
Brandschutzexperten prüfen zudem, ob das Lokal ausreichend Notausgänge hatte und ob das zur Schalldämpfung installierte Deckenmaterial den Vorschriften entsprach. Der Betreiber erklärte gegenüber Medien, die Bar sei „dreimal innerhalb von zehn Jahren“ kontrolliert worden und habe den Normen entsprochen. Zum Zeitpunkt des Feuers war er nicht anwesend; seine Frau erlitt leichte Verletzungen.
Die Anteilnahme in Crans-Montana ist groß. Am Unglücksort legen Menschen Blumen, Kerzen und Briefe nieder. Schweizer Präsident Guy Parmelin kündigte für Freitag einen nationalen Trauertag an. Um 14 Uhr sollen landesweit die Kirchenglocken läuten und eine Schweigeminute abgehalten werden. Eine offizielle Gedenkzeremonie ist für den 9. Jänner geplant.
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