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Verzweiflung und Hunger in Gaza: Mütter wachen nachts auf, um zu prüfen, ob ihre Kinder noch leben

geralt (CC0), Pixabay
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In Gaza wachen viele Mütter jede Nacht mehrmals auf – nicht aus Gewohnheit, sondern aus Angst. Sie fürchten, dass ihre hungernden Kinder im Schlaf sterben könnten.

Najah Hashem Darbakh ist eine dieser Mütter. Ihre 11 Monate alte Tochter Sila wiegt nur drei Kilogramm. In einem überfüllten Raum im Nasser-Krankenhaus in Khan Younis, wo sie Zuflucht gefunden haben, sind bereits vier Kinder an Mangelernährung gestorben.

„Ich bin jede Nacht in Panik“, erzählt Darbakh. „Ich wache vier- oder fünfmal auf, nur um zu hören, ob meine Tochter noch atmet.“

Die Versorgungslage ist katastrophal. Viele Mütter berichten, dass sie keine Babymilch mehr finden. Einige greifen auf Kamillentee oder Wasser zurück, weil es an Säuglingsnahrung mangelt.

Im Norden Gazas, in der Nähe des Al-Ahli Al-Arabi Krankenhauses, wiegt der dreijährige Mohammad nur noch sechs Kilogramm. Seine Mutter, Hidaya Al Mtawwaq, hält ihn in einem provisorischen Zelt in den Armen.

„Er kann nicht mehr stehen“, sagt sie. „Wenn es etwas zu essen gibt, essen wir. Wenn nicht, bleibt uns nichts als auf Gott zu vertrauen.“

Auch medizinisches Personal leidet schwer unter Hunger und Erschöpfung. Dr. Mohammad Saqer, der im Nasser-Krankenhaus arbeitet, brach während seiner Schicht zusammen – aus purer Unterernährung. „Ich hatte einfach keine Kraft mehr“, so der Arzt. „Ein Kollege gab mir etwas Saft, das hat mich gerettet.“

Sein Kollege Dr. Fadel Naim, Direktor des Al-Ahli Al-Arabi Krankenhauses, berichtet, dass auch Chirurgen während Operationen ohnmächtig wurden. „Wir bekommen oft nur eine Mahlzeit am Tag – und arbeiten rund um die Uhr.“

Internationale Hilfsorganisationen schlagen Alarm: Die medizinische Infrastruktur steht kurz vor dem Zusammenbruch, während Ärzte, Pfleger und Patienten gleichermaßen hungern.

Politische Lage: Hoffnung auf Waffenstillstand schwindet

Während die humanitäre Krise eskaliert, kommen die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Israel und der Hamas nicht voran. Noch im Juni hatte US-Präsident Donald Trump optimistisch verkündet, ein Deal stehe kurz bevor. Doch inzwischen haben sich sowohl die USA als auch Israel aus den Gesprächen zurückgezogen.

Ein US-Unterhändler sagte, Hamas habe nicht in gutem Glauben verhandelt. Präsident Trump erklärte, es sei „Zeit, den Job zu beenden“ – ein deutlicher Hinweis auf eine mögliche Eskalation der Gewalt.

Frankreichs Anerkennung Palästinas sorgt für Spannungen

Unterdessen hat Frankreich angekündigt, bei der UN-Generalversammlung im September einen palästinensischen Staat anzuerkennen. US-Vertreter bezeichneten diesen Schritt als „lächerlich und beleidigend“ und warnten, er würde die Friedensverhandlungen erschweren.

Trump hingegen äußerte sich gelassener: „Was Macron sagt, spielt keine Rolle“, so der US-Präsident.

Fazit

Die Situation in Gaza verschärft sich täglich. Mütter bangen um das Leben ihrer Kinder. Ärzte fallen vor Erschöpfung um. Die politische Unterstützung für einen Waffenstillstand schwindet. Die internationale Gemeinschaft steht unter wachsendem Druck, zu handeln – bevor noch mehr Leben verloren gehen.

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