Der Iran entdeckt plötzlich seine Liebe zur Verkehrsplanung – allerdings nicht auf der Autobahn, sondern mitten in der Straße von Hormus. Dort, wo normalerweise Tanker durchfahren und die Weltwirtschaft nervös schwitzt, soll künftig offenbar eine Art maritimes Bürgeramt entstehen.
Ein ranghoher Parlamentarier kündigte nun stolz an, man werde „in Kürze“ einen Mechanismus zur Durchquerung der Meerenge vorstellen. Übersetzt heißt das vermutlich: Willkommen im neuen iranischen Hafen-Erlebnispark mit Schranke, Gebührenautomat und politischer Gesinnungsprüfung.
Wer künftig durch die strategisch wichtige Wasserstraße fahren möchte, soll sich brav an festgelegte Routen halten. Profitieren dürfen laut Teheran allerdings nur Handelsschiffe und Staaten, „die mit dem Iran kooperieren“. Der Rest darf vermutlich draußen Kreise fahren oder Ölpreise weiter in den Himmel schicken.
Natürlich wird das Ganze nicht kostenlos. Für „spezielle Dienstleistungen“ sollen Gebühren erhoben werden. Welche Dienstleistungen genau gemeint sind, blieb offen. Denkbar wären:
- Eskorte durch die Krisenzone,
- freundliches Winken der Revolutionsgarden,
- oder die Garantie, nicht versehentlich als geopolitische Botschaft beschlagnahmt zu werden.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schlagadern des globalen Ölhandels. Seit dem Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran gleicht die Passage allerdings eher einem geopolitischen Escape Room mit Raketenoption.
Die Folge: steigende Energiepreise weltweit – und vermutlich bald die erste Premium-Mautstrecke der internationalen Schifffahrt. Nur diesmal nicht betrieben von einer privaten Autobahngesellschaft, sondern von einem Staat, der gerade versucht, aus einer Krise ein Geschäftsmodell zu machen.
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