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USA:Sozialversicherung vor dem Finanzloch: Ex-Behördenchef fordert höhere Beiträge für Gutverdiener

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Die Diskussion um die Zukunft der amerikanischen Sozialversicherung nimmt wieder Fahrt auf. Der frühere Chef der Social Security Administration, Martin O’Malley, fordert, dass wohlhabendere Amerikaner künftig stärker zur Finanzierung des Systems beitragen sollen.

Hintergrund ist ein alarmierender Bericht der Treuhänder des Sozialversicherungssystems: Ohne politische Reformen droht dem Rentenfonds bereits Ende 2032 die Zahlungsunfähigkeit. Die Folge wären automatische Leistungskürzungen von rund 22 Prozent für Millionen Rentner.

Die Rechnung wird enger

Derzeit werden in den USA Sozialabgaben für die Altersvorsorge nur auf Einkommen bis zu einer bestimmten Grenze erhoben. Im Jahr 2026 liegt diese Obergrenze bei 184.500 Dollar Jahreseinkommen. Wer mehr verdient, zahlt auf den darüberliegenden Teil seines Einkommens keine Sozialversicherungsbeiträge mehr.

Genau hier setzt O’Malley an.

Nach seiner Ansicht sollten hohe Einkommen künftig vollständig oder zumindest stärker zur Finanzierung des Systems herangezogen werden. Es sei schwer vermittelbar, dass Lehrer, Pflegekräfte oder Hausmeister auf ihr gesamtes Einkommen Beiträge zahlen, Spitzenverdiener aber oberhalb der Beitragsgrenze entlastet werden.

Rentenkürzungen rücken näher

Die Lage der Sozialversicherung verschlechtert sich seit Jahren.

Bereits seit 16 Jahren reichen die laufenden Beitragseinnahmen nicht mehr aus, um alle Rentenzahlungen zu finanzieren. Die Differenz wird bislang durch Rücklagen gedeckt. Diese Reserven schrumpfen jedoch kontinuierlich.

Nach aktuellen Prognosen wäre der Fonds Ende 2032 aufgebraucht. Danach könnte das System nur noch die Leistungen auszahlen, die durch laufende Einnahmen gedeckt sind.

Experten rechnen damit, dass Rentner durchschnittlich rund 500 Dollar pro Monat verlieren würden.

Politischer Sprengstoff

Die Frage, wie das Problem gelöst werden soll, gehört zu den heikelsten Themen der amerikanischen Innenpolitik.

Mögliche Reformvorschläge liegen seit Jahren auf dem Tisch:

  • Anhebung oder Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze
  • Erhöhung der Sozialabgaben
  • Anhebung des gesetzlichen Rentenalters
  • Begrenzung besonders hoher Rentenansprüche

Bislang fehlt jedoch der politische Wille für eine umfassende Reform.

Wähler verlangen Antworten

Der Druck auf die Politik wächst.

Laut einer aktuellen Umfrage fordern 96 Prozent der amerikanischen Wähler von den Kandidaten für die Kongresswahlen konkrete Pläne zur Rettung der Sozialversicherung.

Bemerkenswert ist dabei die parteiübergreifende Einigkeit: Demokraten, Republikaner und unabhängige Wähler sehen gleichermaßen Handlungsbedarf.

Analysten weisen darauf hin, dass die im Jahr 2026 gewählten Senatoren wahrscheinlich jene Politiker sein werden, die über die Zukunft der Sozialversicherung entscheiden müssen.

Entscheidung vertagt – Problem nicht

Ökonomen betonen seit Jahren, dass das Problem grundsätzlich lösbar sei. Die USA verfügen über zahlreiche Optionen, um die Finanzierung langfristig zu sichern.

Je länger jedoch gewartet wird, desto einschneidender werden die notwendigen Maßnahmen.

Die eigentliche Frage lautet daher längst nicht mehr, ob die Sozialversicherung reformiert werden muss, sondern wer am Ende die Kosten dieser Reform tragen wird.

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