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USAID-Zentrale unerwartet geschlossen – Trumps Regierung setzt Hilfsorganisation unter Druck

Vilkasss (CC0), Pixabay
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Washington – Die Zentrale der US Agency for International Development (USAID) in Washington blieb am Montag überraschend geschlossen. Mitarbeiter wurden erst kurz nach Mitternacht per E-Mail darüber informiert, dass sie am 3. Februar 2025 nicht zur Arbeit erscheinen sollen.

„Auf Anweisung der Agenturleitung bleibt das USAID-Hauptquartier im Ronald-Reagan-Gebäude in Washington, D.C. am Montag geschlossen. Mitarbeiter mit essenziellen Aufgaben wurden individuell kontaktiert, alle anderen arbeiten remote,“ hieß es in der Mitteilung, die CNN vorliegt.

Die plötzliche Schließung der USAID ist das jüngste Anzeichen für die wachsende Unsicherheit rund um die Zukunft der Organisation. Präsident Donald Trump und Tech-Milliardär Elon Musk haben die Behörde als parteiisch und ineffektiv kritisiert und deren Auflösung ins Gespräch gebracht.

Trump und Musk: USAID soll „geschlossen werden“

In einem Gespräch auf X Spaces erklärte Musk am Montagmorgen, dass Trump die USAID „abschaffen“ wolle. Hintergrund sind eine eingefrorene Finanzierung sowie zahlreiche Entlassungen innerhalb der Organisation.

Bereits am Sonntagabend hatte Trump auf eine Reporterfrage zu USAID geantwortet: „Die Behörde wurde von radikalen Irren geführt, und wir setzen sie jetzt raus. Dann werden wir eine Entscheidung treffen.“

Konflikt mit Regierungsbehörde eskaliert

Am Wochenende wurden zwei hochrangige Sicherheitsbeamte der USAID beurlaubt, nachdem sie sich geweigert hatten, Mitarbeitern des Department of Government Efficiency (DOGE) Zugang zu internen Systemen zu gewähren. Mehrere Quellen berichten, dass DOGE-Personal versuchte, an Sicherheitsdaten, Personalakten und klassifizierte Informationen der USAID zu gelangen.

Laut Berichten konnte das DOGE-Team schließlich doch Zugang zur Zentrale erhalten. Katie Miller, die Trump im Dezember zur Leitung von DOGE ernannt hatte, bestätigte am Sonntag, dass sie klassifizierte Dokumente gesichtet hätten:

„Kein geheimes Material wurde ohne entsprechende Sicherheitsfreigabe eingesehen.“

Anzeichen für eine Auflösung? USAID-Logos und Bilder entfernt

Mehrere Quellen innerhalb der Behörde berichten, dass vergangene Woche alle USAID-Logos, Fotos und visuelle Darstellungen der weltweiten Hilfsprojekte aus den Büros entfernt wurden.

„Alle Bilder unserer Arbeit in Entwicklungsländern wurden aus den Lobbys, Gemeinschaftsküchen und Fluren entfernt“, sagte ein USAID-Mitarbeiter gegenüber CNN. Eine andere Quelle berichtete:

„Die Wände sind leer, viele unserer Kollegen wurden entlassen, und jeder hier hat das Gefühl, auf einer Abschussliste zu stehen.“

Ein Mitarbeiter eines USAID-Nebenbüros erklärte, dass sie keine Informationen darüber hätten, ob sie am Montag zur Arbeit erscheinen sollten.

Massenentlassungen und Unsicherheit über die Zukunft

Letzte Woche wurden rund 60 hochrangige USAID-Mitarbeiter beurlaubt, weil sie angeblich versucht hatten, Trumps 90-tägigen Stopp aller Auslandshilfen zu umgehen. Auch viele Junior-Mitarbeiter und Auftragnehmer wurden auf unbestimmte Zeit freigestellt.

Am Samstag wurde die offizielle USAID-Website deaktiviert und eine neue Seite für die Behörde auf der Website des US-Außenministeriums eingerichtet. Auch der offizielle X-Account der USAID ging offline, und das gesamte Pressebüro wurde gesperrt.

Hintergrund: Bedeutung der USAID für US-Politik

Die USAID wurde 1961 unter Präsident John F. Kennedy gegründet und ist der wichtigste Arm der US-Regierung für internationale Entwicklungs- und humanitäre Hilfe. Sie verteilt jährlich Milliarden Dollar, um Armut zu bekämpfen, Krankheiten zu behandeln und auf Hungersnöte oder Naturkatastrophen zu reagieren.

Neben humanitärer Hilfe fördert die USAID auch Demokratie, unabhängige Medien und soziale Initiativen weltweit. Experten betonen, dass die Behörde ein zentrales „Soft-Power“-Instrument der USA ist, um internationale Beziehungen zu stärken.

Die Zukunft der USAID bleibt ungewiss – mit der plötzlichen Schließung ihrer Zentrale und den massiven personellen Einschnitten scheint jedoch eine vollständige Auflösung der Behörde wahrscheinlicher denn je.

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