Die USA führen laut mehreren Berichten intensive Gespräche mit Dänemark über einen Ausbau ihrer Militärpräsenz in Grönland. Demnach geht es um die Errichtung von bis zu drei neuen US-Stützpunkten auf der arktischen Insel.
Die Verhandlungen laufen offenbar seit Monaten weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Hintergrund sind strategische Interessen der USA im Nordatlantik sowie Spannungen mit Russland und China.
Besonders im Fokus steht dabei die sogenannte GIUK-Lücke – das Seegebiet zwischen Grönland, Island und Großbritannien. Dort wollen die USA ihre Überwachung von russischen und chinesischen Aktivitäten verstärken.
Die geplanten Basen sollen im Süden Grönlands entstehen. Ein möglicher Standort ist laut Berichten Narsarsuaq, wo sich bereits früher ein amerikanischer Militärstützpunkt befand.
Nach Angaben von Insidern prüfen US-Vertreter sogar Modelle, bei denen die neuen Basen formal als souveränes US-Gebiet eingestuft werden könnten. Eine endgültige Einigung gibt es bisher allerdings nicht.
Das Weiße Haus bestätigte Gespräche mit Dänemark und Grönland, wollte sich zu Details aber nicht äußern. Man sei jedoch optimistisch, dass sich die Verhandlungen „in die richtige Richtung“ entwickelten.
Auch das dänische Außenministerium bestätigte laufende diplomatische Gespräche.
Auslöser der angespannten Debatte waren frühere Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Trump hatte bereits im Januar erklärt, die USA sollten Grönland „besitzen“, um zu verhindern, dass Russland oder China dort Einfluss gewinnen. Dies könne „auf die einfache oder auf die harte Tour“ geschehen, sagte Trump damals.
Offiziell soll in den laufenden Gesprächen jedoch nicht über eine Übernahme Grönlands gesprochen werden. Dänemark und die Nato hatten entsprechende Gedankenspiele zuvor klar zurückgewiesen.
Die diplomatischen Gespräche werden laut Berichten von Michael Needham aus dem US-Außenministerium geleitet. Ziel sei es, eine Lösung zu finden, die Trumps sicherheitspolitische Vorstellungen erfüllt, ohne dänische Grenzen infrage zu stellen.
Die USA betreiben derzeit bereits die Pituffik Space Base im Nordwesten Grönlands. Während des Kalten Kriegs unterhielten die Amerikaner zeitweise rund 17 militärische Einrichtungen auf der Insel.
Experten verweisen darauf, dass ein Ausbau der US-Präsenz auf Grundlage eines Verteidigungsabkommens von 1951 grundsätzlich möglich sei. Dieses erlaubt den USA weitreichende militärische Aktivitäten in Grönland – allerdings nur mit Zustimmung Dänemarks.
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