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USA setzen Angriffe auf Iran fort – Teheran meldet Treffer auf Tanker

PuppypawsAZ (CC0), Pixabay
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Die USA haben in der dritten Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen. Gleichzeitig verschärfte Teheran seine Angriffe auf Schiffe und militärische Einrichtungen in den Golfstaaten. Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate wurden zwei ihrer Öltanker in der Straße von Hormus von iranischen Raketen getroffen. Ein Besatzungsmitglied kam dabei ums Leben.

Das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando Centcom erklärte, die jüngste Angriffswelle habe rund fünf Stunden gedauert. Getroffen worden seien militärische Ziele unter anderem in Buschehr, Tschahbahar, Dschask, Konarak, Bandar Abbas sowie auf der Insel Abu Musa.

Nach Darstellung des US-Militärs richteten sich die Angriffe gegen iranische Küstenverteidigungssysteme, Raketen- und Drohnenstellungen sowie maritime Fähigkeiten. Ziel sei es, die Möglichkeiten Irans zu verringern, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen.

Iranische Medien berichteten von Explosionen in Bandar Abbas sowie auf den Inseln Kisch, Qeschm und Abu Musa. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nur teilweise.

Ein Toter und acht Verletzte auf zwei Tankern

Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate teilte mit, die Tanker „Al-Bahiya“ und „Mombasa“ seien im südlichen Teil der Straße von Hormus von iranischen Marschflugkörpern getroffen worden. Zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sie sich in omanischen Hoheitsgewässern befunden.

Ein indisches Besatzungsmitglied auf der „Mombasa“ wurde demnach getötet. Sechs weitere indische sowie zwei ukrainische Seeleute wurden verletzt.

Beide Schiffe wurden beschädigt und gerieten in Brand. Die Feuer konnten nach Angaben der Behörden später unter Kontrolle gebracht werden.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, sie hätten zwei „abtrünnige Supertanker“ angegriffen und außer Gefecht gesetzt. Die Schiffe hätten ihre Navigationssysteme abgeschaltet, Warnungen ignoriert und versucht, eine verminte Route zu passieren. In der Erklärung wurden weder die Namen noch die Flaggen der Tanker genannt.

Das Außenministerium der Emirate verurteilte den Angriff. Die Gefährdung der Handelsschifffahrt und die Nutzung der Straße von Hormus als politisches Druckmittel bedrohten die gesamte Region und die weltweite Energieversorgung.

USA kündigen erneute Seeblockade an

Centcom kündigte zudem an, die Seeblockade von Schiffen auf dem Weg zu iranischen Häfen oder von dort kommend wieder aufzunehmen. Die Maßnahme solle am Dienstagnachmittag US-Ostküstenzeit beginnen.

Die Ankündigung führte zu einem deutlichen Anstieg der Ölpreise. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent legte zeitweise um mehr als neun Prozent zu und erreichte den höchsten Schlussstand seit Mitte Juni.

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Transportwegen für Erdöl und Flüssiggas. Eine länger anhaltende Störung der Schifffahrt könnte erhebliche Auswirkungen auf die internationalen Energiepreise haben.

Iran meldet Angriffe auf US-Einrichtungen

Der Iran erklärte außerdem, militärische Einrichtungen der USA in Kuwait angegriffen zu haben. Nach Angaben der iranischen Armee galten die Drohnenangriffe Kommunikationssystemen, Treibstofftanks, einem Patriot-Luftabwehrsystem, einem Wachturm und einem Munitionslager.

Die iranische Marine habe zudem Marschflugkörper auf ein US-Kriegsschiff abgefeuert, berichteten staatliche Medien. Eine Bestätigung der USA lag zunächst nicht vor.

Auch Bahrain meldete erneut Luftalarm. Die iranischen Revolutionsgarden behaupteten, bei Raketen- und Drohnenangriffen mehrere Waffenlager, ein Satellitenkommunikationszentrum und ein Gebäude mit US-Soldaten auf dem Stützpunkt Juffair getroffen zu haben. Belege für eine Zerstörung der Ziele wurden zunächst nicht vorgelegt.

Iran hatte bereits mehrfach erklärt, militärische Einrichtungen der USA in der Region zerstört zu haben. Ein Teil dieser Angaben konnte in der Vergangenheit nicht unabhängig bestätigt werden.

Trump spricht von begrenztem Konflikt

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die erneuten Kampfhandlungen als begrenzte militärische Auseinandersetzung. Einen Zeitplan für das Ende der Angriffe nannte er jedoch nicht.

Trump erklärte, die USA hätten die militärischen Fähigkeiten Irans bereits erheblich geschwächt. Zugleich räumte er ein, dass Teheran voraussichtlich weiterkämpfen werde. Die ursprünglich von seiner Regierung genannte Dauer der Kampfhandlungen sei inzwischen deutlich überschritten.

Der Präsident zeigte sich grundsätzlich offen für neue Verhandlungen, machte aber wenig konkrete Angaben dazu, wie eine diplomatische Einigung erreicht werden könnte. Eine zuvor mit Teheran geschlossene Verständigung sei nach seiner Darstellung am Verhalten des Iran gescheitert.

Trump fordert Bezahlung für militärischen Schutz

Trump verlangte zudem, dass verbündete Staaten die USA für ihren militärischen Schutz entschädigen. Er nannte dabei unter anderem Israel, Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die USA schützten eine besonders wohlhabende Region und sollten dafür bezahlt werden, sagte der Präsident. Zuvor hatte er vorgeschlagen, für den Schutz von Schiffen in der Straße von Hormus einen Anteil am Wert ihrer Ladung zu verlangen.

Wie ein solches Gebührenmodell rechtlich und praktisch umgesetzt werden könnte, blieb offen.

Konflikt droht sich regional auszuweiten

Parallel zu den Kämpfen zwischen den USA und dem Iran kam es zu neuen Angriffen zwischen Saudi-Arabien und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen. Damit könnte auch die bislang faktisch bestehende Waffenruhe zwischen beiden Seiten beendet sein.

Die Entwicklungen erhöhen das Risiko, dass sich der Konflikt weiter auf die Golfregion ausbreitet. Neben militärischen Einrichtungen geraten zunehmend Handelsschiffe, Energieanlagen und internationale Transportwege ins Visier.

Eine Rückkehr zu einer stabilen Waffenruhe erscheint angesichts der fortgesetzten Angriffe derzeit nicht absehbar.

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