Die Vereinigten Staaten haben die bislang geltende Zollfreiheit für Warensendungen mit einem Wert unter 800 Dollar abgeschafft. Ursprünglich galt die Regelung, um den internationalen Handel und insbesondere den Online-Handel zu vereinfachen. Mit der Entscheidung setzt die US-Regierung jedoch einen klaren Kurswechsel durch.
Schrittweise Einschränkung seit China
Bereits unter Präsident Donald Trump war die Zollfreiheit zunächst nur für Pakete aus China aufgehoben worden. Hintergrund war der Vorwurf ungleicher Handelspraktiken sowie der Wunsch, heimische Produzenten vor billigen Importen zu schützen. Ende Juli folgte nun die Ausweitung auf den gesamten Weltmarkt: Damit sind ab sofort sämtliche internationalen Sendungen betroffen, egal aus welchem Land sie stammen.
Folgen für Verbraucher und Versanddienste
Für internationale Post- und Paketdienste bedeutet die neue Regelung deutlich höheren Aufwand. Sie müssen zusätzliche Angaben zu den Inhalten der Sendungen erfassen und weiterleiten. Einige europäische und lateinamerikanische Postdienste hatten deshalb schon vor Inkrafttreten der neuen Vorschriften vorübergehend Sendungen in die USA eingeschränkt oder ganz ausgesetzt. Auch für Verbraucherinnen und Verbraucher wird es teurer: Pakete, die bislang ohne Zollformalitäten ins Land kamen, können nun Zollgebühren und längere Lieferzeiten verursachen.
Begründung der US-Regierung
Das Weiße Haus rechtfertigt den Schritt unter anderem mit der Bekämpfung von Drogenschmuggel und der Notwendigkeit, mehr Transparenz über internationale Warensendungen zu schaffen. Kritiker sehen darin jedoch vor allem ein weiteres Handelshemmnis, das den Online-Handel und kleine Händler massiv belasten könnte.
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