US-Präsident Donald Trump hat in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation verkündet: „Unsere Nation ist zurück“ – und dabei vor allem seine Wirtschaftsagenda in den Mittelpunkt gestellt. Trump sprach von einer „Wende für die Geschichtsbücher“ im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit und versuchte, die Amerikanerinnen und Amerikaner auf Kurs zu halten, während Umfragen zeigen, dass viele zunehmend skeptisch auf seine Politik blicken.
Im Kapitol waren zur Rede fast alle Trump-Promis der Familie anwesend: First Lady Melania Trump, sämtliche Kinder des Präsidenten sowie vier Richter des Supreme Court. Kurz vor Beginn wurde der demokratische Abgeordnete Al Green aus Texas aus dem Saal begleitet, nachdem er mit Protest gegen Trump aufgefallen war.
Wirtschaft: „Boom“ – aber mit Bauchschmerzen
Trump lobte sinkende Inflation, Rekorde an der Börse und gigantische Investitionszusagen. Er behauptete, sein Team habe die Teuerung auf den niedrigsten Stand seit über fünf Jahren gedrückt. Gleichzeitig machte er deutlich, dass das Thema Lebenshaltungskosten politisch brisant ist – und er nicht wie sein Vorgänger Biden daran scheitern will.
Zölle: Trotz Supreme-Court-Dämpfer auf Angriff
Ein heikler Punkt: Trumps Zollpolitik. Der Supreme Court hatte viele seiner weitreichenden Zölle zuletzt kassiert. Trump nannte das Urteil „enttäuschend“ und „unglücklich“, kündigte aber an, über andere Rechtswege an seinem Kurs festzuhalten. Er behauptete sogar, Zölle könnten langfristig Teile der Einkommensteuer ersetzen – im Saal gab es bei dem Thema zunächst eher gemurmelte Reaktionen als Jubel.
Migration: „Sicherste Grenze der Geschichte“
Beim Thema Einwanderung erklärte Trump, die US-Grenze sei nun „so stark und sicher wie nie“. Außerdem sagte er, der Zustrom von Fentanyl über die Grenze sei deutlich zurückgegangen. Migration bleibt eines seiner zentralen Wahlkampfthemen – gerade mit Blick auf die Zwischenwahlen im November.
Wahlrecht: „Save America Act“ und Streit um Briefwahl
Trump warb für ein Gesetz, das beim Wählen eine Staatsbürgerschafts-Bestätigung verlangen würde. Er behauptete, so werde Wahlbetrug verhindert, und attackierte Briefwahl erneut als „krumm“. Demokraten kritisieren, dass solche Regeln auch rechtmäßige Wählerinnen und Wähler treffen könnten – etwa nach Namensänderungen.
Sport-Moment: Eishockey-Gold als Bühne
Für einen seltenen, fast überparteilichen Moment sorgte Trumps Auftritt mit dem US-Eishockeyteam der Männer, das Olympia-Gold gewann. Trump kündigte an, Torhüter Connor Hellebuyck mit der Presidential Medal of Freedom auszuzeichnen. Selbst viele Demokraten standen dafür kurz auf – Trump kommentierte spöttisch: „Das ist das erste Mal, dass ich sie aufstehen sehe.“
Unterm Strich war es eine Rede mit viel Eigenlob, harter Kante und klarer Botschaft an die Wähler: Trump will durchhalten – und erwartet, dass das Land es auch tut.
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