In den USA wird erneut über eine grundlegende Steuerreform diskutiert – diesmal mit dem Ziel, die Einkommenssteuer abzuschaffen und durch eine nationale Konsumsteuer zu ersetzen. Der Vorschlag: Die sogenannte „FairTax Act“ soll die Steuerlast auf Konsum verlagern – also auf das, was Menschen ausgeben, nicht auf das, was sie verdienen.
Was ist eine nationale Konsumsteuer?
Dabei handelt es sich um eine bundesweite Steuer auf Waren und Dienstleistungen – ähnlich der Mehrwertsteuer (VAT), wie sie in Europa üblich ist. Bisher gibt es in den USA keine solche Steuer auf Bundesebene, sondern nur staatliche oder lokale Verkaufssteuern, je nach Bundesstaat.
Der Plan: 23 % Verkaufssteuer – dafür keine Einkommenssteuer mehr
Der FairTax-Vorschlag sieht eine einheitliche Bundesumsatzsteuer von 23 % vor. Im Gegenzug sollen Einkommens-, Lohn- und Unternehmenssteuern wegfallen. Auch die Bundessteuerbehörde IRS würde abgeschafft.
Kritik: Vorteil für Reiche?
Laut Steuerexperten würden von dem System vor allem Vermögende profitieren, die einen kleineren Teil ihres Einkommens konsumieren. Geringverdiener, die fast alles, was sie verdienen, ausgeben müssen, wären dagegen stärker belastet.
Und was ist mit Sozialleistungen?
Der FairTax würde auch die Steuern abschaffen, aus denen Sozialversicherung und Medicare finanziert werden. Wie genau diese Programme künftig bezahlt würden, ist unklar.
Wird die Idee Wirklichkeit?
Der Vorschlag wird seit 1999 immer wieder eingebracht – aber nie verabschiedet. Auch 2025 wurde die FairTax Act erneut im Kongress vorgestellt, doch eine Abstimmung steht noch aus.
Fazit: Die Diskussion um die nationale Konsumsteuer ist ein Dauerbrenner – und zeigt, wie stark sich die politische Debatte in den USA von klassischen Steuerkonzepten entfernt. Ob sie tatsächlich Realität wird, bleibt offen – doch mit der Steuerzeit im Anmarsch, rückt das Thema für viele Amerikaner wieder ins Bewusstsein.
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