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US-Luftfahrtsicherheit nicht mehr „Goldstandard“ – Experten warnen vor Problemen

Tumisu (CC0), Pixabay
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Die Luftfahrtsicherheit in den USA steht zunehmend unter Druck. Bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus am Dienstag äußerten Experten und Politiker erhebliche Zweifel daran, ob das Land noch den weltweit führenden Sicherheitsstandard im Luftverkehr erfüllt. Besonders kritisiert wurden marode Infrastruktur, akuter Personalmangel bei Fluglotsen und ein ineffizientes Einstellungsverfahren.

„Wir sind nicht mehr der Goldstandard in der Luftfahrt. Wir stehen nicht einmal mehr auf dem Siegerpodest der Welt“, sagte Paul Rinaldi, ehemaliger Chef der Gewerkschaft der Fluglotsen, vor dem Ausschuss.

Unfälle und Engpässe im Fokus

Die Debatte kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Eine Reihe schwerer Zwischenfälle, darunter die tödliche Kollision eines American-Airlines-Flugzeugs mit einem Militärhubschrauber nahe Washington, D.C. am 29. Januar, haben die Sicherheitsbedenken verstärkt. Angehörige der Opfer waren bei der Anhörung anwesend, während die National Transportation Safety Board (NTSB) die Rolle der Flugsicherung in diesen Vorfällen untersucht.

Der Vorsitzende des Unterausschusses für Luftfahrt, Troy Nehls (Republikaner, Texas), kritisierte, dass 105 der 138 Systeme der Luftfahrtbehörde (FAA) als nicht nachhaltig gelten. „Diese Zahlen sind inakzeptabel, und wir müssen es besser machen“, so Nehls.

Sorge über Massenentlassungen in der FAA

Neben der veralteten Infrastruktur sorgt eine weitere Entwicklung für Besorgnis: Die umstrittene Entlassung von FAA-Mitarbeitern durch die Trump-Regierung und Elon Musk, dessen Department of Government Efficiency (DOGE) derzeit den öffentlichen Sektor drastisch verkleinert.

Mehr als 500 FAA-Mitarbeiter wurden entlassen, darunter Techniker für Radarsysteme und Landeeinrichtungen, so der demokratische Abgeordnete Hank Johnson (Georgia). Er bezeichnete Musk als „Co-Präsidenten“ und warnte vor dessen wachsendem Einfluss auf die Regierung.

Das Transportministerium relativierte die Zahlen und erklärte, dass „weniger als 400 Angestellte“ betroffen seien – darunter keine Fluglotsen oder sicherheitskritischen Mitarbeiter.

Konflikt um Musk und FAA-Modernisierung

Die Personalkürzungen fallen mit Musks Vorschlag zusammen, das Luftverkehrssystem der FAA durch sein Satellitennetzwerk Starlink zu ersetzen – nachdem er die bisherigen Modernisierungsbemühungen von Verizon als gescheitert bezeichnet hatte.

„Die Amerikaner sind zutiefst beunruhigt darüber, wie Elon Musks offensichtlicher Interessenkonflikt die Luftfahrtsicherheit gefährdet“, sagte Johnson.

Fluglotsen unter immer größerem Druck

Die chronische Unterbesetzung in der Flugsicherung wurde ebenfalls thematisiert. Nick Daniels, Präsident der National Air Traffic Controllers Association, warnte, dass Fluglotsen bereits einem enormen Stress und Arbeitsdruck ausgesetzt seien, was das Risiko im Luftverkehr erhöhe.

Zudem gibt es Kritik an den strikten Altersgrenzen für Fluglotsen: Bewerber müssen unter 31 Jahren sein und spätestens mit 56 Jahren in den Ruhestand gehen. Nehls bezeichnete dies als „altersdiskriminierend“ und forderte eine Reform.

Obwohl Transportminister Sean Duffy kürzlich eine 30-prozentige Gehaltserhöhung für Fluglotsen ankündigte, bleibt fraglich, ob diese Maßnahmen ausreichen, um das Sicherheitsniveau im US-Luftverkehr wieder auf Weltspitzenniveau zu heben.

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