Es scheint, als hätte die US-Kartellaufsicht (FTC) genug von den himmlischen Höhenflügen des Tech-Giganten Microsoft. Laut einem Bericht von Reuters hat die FTC eine Untersuchung gegen das Unternehmen eingeleitet – offenbar, weil Microsoft seine Kunden zu sehr an die „goldenen Handschellen“ seines Cloud-Dienstes Azure gebunden haben soll. Man könnte meinen, Microsoft hätte „Cloud-Locking“ zur neuen Kunstform erhoben.
Ein Cloud-Speicher wie ein Hotel Kalifornien?
Die Vorwürfe drehen sich um die angeblich unverschämt harten Lizenzbedingungen von Microsoft. Kunden können ihre Daten zwar speichern, aber wehe, sie wollen sie woanders hinbringen – da drohen laut Kritikern empfindliche Strafen. Ob Microsoft mit dem Slogan „Einmal Azure, immer Azure“ wirbt? Die Konkurrenz dürfte jedenfalls nicht lachen, während Kunden von der Idee eines freien Marktes träumen.
Ein Abschiedsgeschenk von Lina Khan?
Die Untersuchung wurde offenbar von FTC-Vorsitzender Lina Khan kurz vor ihrem wahrscheinlichen Rücktritt genehmigt. Man könnte fast glauben, Khan wollte sich mit einem lauten Paukenschlag verabschieden – Microsoft als letztes Ziel auf ihrer Liste der „Big Tech“-Bösewichte. Doch keine Sorge: Ab Januar könnte ein neuer Sheriff in der Behörde das Tempo drosseln. Trump dürfte einen Republikaner ernennen, der vermutlich die „Freie Marktwirtschaft“ mit einem freundschaftlichen Schulterklopfen für Microsoft verwechselt.
Der ewige Tanz zwischen Macht und Kontrolle
Microsoft, das einstige Ziel unzähliger Kartellklagen, scheint wieder in alter Form zu sein. Während die FTC prüft, ob der Tech-Gigant zu viel Druck auf seine Kunden ausübt, könnte die Antwort auf die Frage, ob Marktführer auch ohne Marktmacht bestehen können, schon lange bekannt sein.
Man darf gespannt sein, ob diese Untersuchung tatsächlich Konsequenzen haben wird oder ob Microsoft seine „Wolken“ weiter ungestört über dem Rest des Marktes ausbreitet – schließlich war das Wetter auf Azure bislang immer bestens. Zumindest für Microsoft.
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