Die US-Wirtschaft hat im Juli nur 73.000 neue Arbeitsplätze geschaffen – deutlich weniger als die von Ökonom*innen erwarteten 115.000. Zudem wurden die Zahlen für Mai und Juni dramatisch nach unten korrigiert – zusammen um 258.000 Stellen.
⚠️ Die wichtigsten Fakten:
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Mai: Revidiert von 144.000 auf nur 19.000
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Juni: Revidiert von 147.000 auf 14.000
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Arbeitslosenquote stieg von 4,1 % auf 4,2 %
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Gesamtniveau der Beschäftigung: Schwächste Entwicklung seit Ende der Pandemie
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Aktienmärkte fielen: Dow Jones -1,3 %, S&P 500 -1,4 %, Nasdaq -1,8 %
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Zinssenkung durch die US-Notenbank (Fed) im September wird jetzt zu 85 % erwartet
🏭 Welche Branchen sind betroffen?
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Gesundheits- und Sozialwesen: +73.300 Jobs (alleiniger Träger der Jobgewinne)
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Produzierendes Gewerbe: –13.000 Jobs
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Freizeit und Gastgewerbe: +5.000 (sehr gering für Sommermonat)
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Bau: +2.000
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Öffentlicher Dienst (Bund/Länder/Kommunen): nur +2.000
„Wir stehen nur noch auf einem Bein – Gesundheitswesen. Das ist gefährlich.“
— Diane Swonk, Chefökonomin bei KPMG
🧮 Warum diese starken Korrekturen?
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Die US-Arbeitsmarktstatistik basiert auf Schätzungen aus Unternehmens- und Haushaltsumfragen.
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Diese Zahlen werden zweimal monatlich revidiert, wenn mehr Daten verfügbar sind.
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Große Abweichungen entstehen durch saisonale Bereinigungen und niedrige Rücklaufquoten, besonders in der Haushaltsumfrage.
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Die Korrekturen für Mai und Juni sind die größten seit 1979 (außerhalb der Pandemiezeit).
🧨 Ursachen & Sorgen:
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Trumps Handelspolitik (z. B. neue Zölle) sorgt laut Experten für „Lähmung bei Unternehmen“.
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Weniger ausländische Arbeitskräfte durch verschärfte Einwanderungskontrollen.
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Schrumpfender Arbeitsmarkt: Zum dritten Mal in Folge sank die Erwerbsbeteiligung.
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Schwarze Amerikaner: Arbeitslosenquote bei 7,2 % – ein Warnsignal.
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Durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit: 24,1 Wochen, höchste seit 2022.
„Diese Schwäche raubt der Wirtschaft ihren Puffer gegen Gegenwinde.“
— Gregory Daco, EY-Parthenon
📊 Fazit:
Die Juli-Zahlen deuten auf eine besorgniserregende Abschwächung des US-Arbeitsmarkts hin, verstärkt durch Handelspolitik, Arbeitskräftemangel und strukturelle Unsicherheiten.
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