Seit 65 Jahren gibt es die Antibabypille – doch die Verantwortung für die Verhütung liegt nach wie vor überwiegend bei den Frauen. Eine aktuelle #NDRfragt-Umfrage zeigt nun deutlich, dass viele Menschen in Norddeutschland diese Rollenverteilung als ungerecht empfinden.
Laut den Ergebnissen halten 71 Prozent der Befragten es für unfair, dass Frauen nach wie vor den größten Teil der Verhütung übernehmen. Gleichzeitig sprechen sich 84 Prozent der Norddeutschen klar für die Einführung einer „Pille für den Mann“ aus.
Die Forderung nach einer gerechteren Aufteilung der Verhütungsverantwortung gewinnt damit spürbar an Rückhalt. Befürworter argumentieren, dass eine männliche Verhütungspille nicht nur die Belastung für Frauen reduzieren würde, sondern auch zu mehr partnerschaftlicher Gleichberechtigung in Fragen der Familienplanung beitragen könnte.
Trotz zahlreicher Forschungsansätze ist eine marktreife „Pille für den Mann“ bislang nicht verfügbar. Gründe sind unter anderem Nebenwirkungen, offene Fragen zur Langzeitsicherheit sowie fehlendes Interesse großer Pharmakonzerne.
Die Umfrage macht jedoch deutlich: Das Thema hat gesellschaftlich an Bedeutung gewonnen – und viele Menschen erwarten, dass die medizinische Forschung in Zukunft auch Männer stärker in die Pflicht nimmt.
Kommentar hinterlassen