Startseite Allgemeines Trumps Toilettenpolitik: Klagen gegen Transgender-Verbot in Bundesbehörden
Allgemeines

Trumps Toilettenpolitik: Klagen gegen Transgender-Verbot in Bundesbehörden

AJEL (CC0), Pixabay
Teilen

In den USA formiert sich rechtlicher Widerstand gegen eine Exekutivanordnung von Präsident Donald Trump, die Bundesbehörden verpflichtet, Toiletten und andere geschlechtergetrennte Räume nach biologischem Geschlecht statt nach Geschlechtsidentität zuzuweisen.

Die transgeschlechtliche Zivilangestellte LeAnne Withrow von der Nationalgarde in Illinois klagt nun gemeinsam mit der ACLU gegen diese Vorgabe. Die Sammelklage soll alle betroffenen Bundesangestellten vertreten. Withrow berichtet, dass sie täglich Essen und Trinken einschränke, um den Gang zur Toilette im Dienst zu vermeiden – aus Angst vor Konsequenzen.

Eine weitere Klage kommt von einer transgender Sicherheitsbeamtin am Flughafen Dulles, die das Department of Homeland Security wegen Diskriminierung verklagt hat. Sie darf weder Pat-downs durchführen noch die TSA-Toiletten nutzen, die ihrer Identität entsprechen.

Die Trump-Regierung hatte zu Beginn der zweiten Amtszeit eine strikte „biologische Definition“ von Geschlecht per Dekret eingeführt und entsprechende Richtlinien zur Umsetzung durchgesetzt. Die Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) wurde gedrängt, ihre bisherige Auslegung von Diskriminierung im Arbeitsumfeld zurückzunehmen.

Ein juristischer und politischer Kulturkampf

Die Toilette ist zum Symbol der amerikanischen Kulturkämpfe geworden. Historiker weisen darauf hin, dass Toiletten historisch oft politische Debatten über Geschlecht, Rasse und soziale Ordnung widerspiegeln.

Die juristische Lage ist unklar: Der Oberste Gerichtshof stellte 2020 zwar klar, dass Diskriminierung aufgrund von Geschlechtsidentität im Arbeitsrecht verboten ist – schloss aber Toiletten- und Umkleidefragen ausdrücklich aus. Neue Klagen könnten nun präzedenzielle Entscheidungen erzwingen.

Während 20 Bundesstaaten bereits Zugang für trans Personen gesetzlich einschränken, planen weitere Staaten – wie New Hampshire – ähnliche Regelungen auch im privaten Sektor.

Juristen warnen vor einem Flickenteppich an Gesetzen und fordern Klarheit: Arbeitgeber müssten entscheiden, wessen Rechte schwerer wiegen – die von trans Personen oder die von Mitarbeitenden, die sich durch deren Anwesenheit gestört fühlen.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

China reagiert auf sinkender Geburtenrate mit ungewöhnlichen Maßnahmen

China steht vor einer tiefgreifenden demografischen Herausforderung: Die Zahl der Geburten ist...

Allgemeines

Universitätsklinikum Leipzig: Spitzenmedizin mit wirtschaftlichen Herausforderungen

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) gehört zu den größten und traditionsreichsten Krankenhäusern in...

Allgemeines

Bericht: Steve Bannon suchte Austausch mit Jeffrey Epstein über Strategie gegen Papst Franziskus

Neu veröffentlichte Dokumente des US-Justizministeriums legen nahe, dass der frühere Trump-Berater Steve...

Allgemeines

Ende-Wer hatte die niedrigste Zustimmungsrate? Gallup beendet historische Präsidentenumfragen

Seit den 1930er-Jahren galten die Zustimmungswerte von US-Präsidenten als wichtiger Gradmesser für...