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Trumps Mega-Gesetz gefährdet Supermärkte – und könnte neue Ernährungwüsten schaffen

Leovinus (CC0), Pixabay
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Mit dem sogenannten „One Big Beautiful Bill Act“ hat Präsident Donald Trump das größte Kürzungspaket für das US-Ernährungsprogramm SNAP seit dessen Bestehen durchgesetzt. Damit geraten nicht nur über 42 Millionen bedürftige Amerikaner unter Druck – auch tausende kleinere Supermärkte in ländlichen und einkommensschwachen Regionen könnten gezwungen sein, zu schließen.

Ein besonders drastisches Beispiel liefert Wright’s Market im Städtchen Opelika, Alabama. Seit den 1970er Jahren ist der Markt eine feste Größe im Ort. Rund ein Drittel des Umsatzes stammt von Kunden, die mit SNAP-Leistungen (Supplemental Nutrition Assistance Program, früher „Food Stamps“) einkaufen.

„Das Programm ist ein zentrales Standbein unseres Geschäfts“, sagt Inhaber Jimmy Wright. „Unsere Kundschaft besteht aus hart arbeitenden Menschen, die versuchen, ihre Familie zu ernähren und gleichzeitig Miete zu zahlen.“

Doch mit Trumps Gesetz droht dem Programm laut dem Congressional Budget Office eine Kürzung von 187 Milliarden US-Dollar über die kommenden zehn Jahre – mit gravierenden Folgen für den Einzelhandel.


Kleine Märkte am Abgrund

Während Handelsriesen wie Walmart, Kroger oder Dollar General Umsatzeinbußen auffangen können, stehen kleine, unabhängige Lebensmittelgeschäfte vor dem Aus. Laut einer Analyse des Center for American Progress sind rund 27.000 Einzelhändler, vorwiegend in ländlichen Gebieten, besonders gefährdet.

„Wenn wir Umsatz verlieren, müssen wir die Preise erhöhen oder Arbeitsplätze abbauen“, sagt Wright. Schon jetzt kalkuliert er seine Angebote gezielt für Kunden mit niedrigem Einkommen und nimmt an staatlich geförderten Programmen teil, um den Zugang zu frischen Lebensmitteln zu erleichtern.

Laut dem US-Landwirtschaftsministerium bringt jeder zusätzliche SNAP-Dollar rund 1,80 Dollar an regionaler Wirtschaftsleistung. Studien zeigen, dass das Programm Arbeitsplätze schafft, den Umsatz erhöht und Löhne in strukturschwachen Regionen hebt.


Kritik an neuen Arbeitsauflagen

Haussprecher Mike Johnson und die republikanische Mehrheit feiern das Gesetz als Maßnahme zur „Wiederherstellung der Integrität“ des Programms. Künftig gelten strengere Arbeitsanforderungen für Eltern mit Kindern ab 13 Jahren und Erwachsene bis 64 Jahre.

„Dadurch werden Menschen motiviert, Arbeit aufzunehmen und mehr Lebensmittel zu kaufen – das kommt auch den Händlern zugute“, sagte G.T. Thompson, republikanischer Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses.

Doch zahlreiche Ökonomen widersprechen. Arbeitspflichten führen nicht zu mehr Beschäftigung, so das Fazit mehrerer Studien. Vielmehr verlieren Bedürftige ihre Unterstützung – und mit ihnen die Händler ihre Kunden.

Eine Untersuchung der Commonwealth Fund schätzt, dass 143.000 Arbeitsplätze in Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung und Einzelhandel durch die Kürzungen gefährdet sind.


Ökonomisches Rückgrat vieler Regionen

SNAP ist nicht nur Sozialhilfe, sondern gilt unter Fachleuten als ein effektives wirtschaftliches Stabilisierungsinstrument – insbesondere in Krisenzeiten. So war es während der Finanzkrise 2008/09 das größte Ausgabensegment für Geringverdiener.

„SNAP funktioniert, weil es mit dem Markt verzahnt ist“, erklärt Diane Whitmore Schanzenbach, Ökonomin an der Northwestern University. „Das Geld fließt direkt in den Einzelhandel vor Ort – das stärkt die regionale Wirtschaft.“

Doch mit dem neuen Gesetz wandert die finanzielle Last teilweise auf die Bundesstaaten ab, die bei Rezessionen nicht dieselbe fiskalische Handlungsfreiheit wie die Bundesregierung besitzen. In Zukunft wird SNAP daher als Kriseninstrument weniger effektiv sein, warnen Experten.


Fazit: Weniger Hilfe, mehr Armut, weniger Märkte

Für Märkte wie Wright’s Market könnte Trumps Gesetz existenzbedrohend werden. „SNAP ist das Rückgrat für viele unserer ländlichen und einkommensschwachen Gemeinden“, sagt Wright. „Wenn wir das untergraben, verlieren nicht nur die Menschen ihre Ernährungssicherheit – auch die Wirtschaft vor Ort bricht zusammen.“

Die Gefahr: Ein Rückzug unabhängiger Lebensmittelmärkte könnte neue Ernährungwüsten entstehen lassen – sowohl in ländlichen Regionen als auch in städtischen Armutsvierteln.

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