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Trumps Hilfsstopp trifft die Schwächsten: Kein Arzt für kranke Kinder in Thailands Flüchtlingscamps

jprohaszka (CC0), Pixabay
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Die plötzliche Entscheidung der Trump-Regierung, fast sämtliche internationale Hilfen für 90 Tage einzufrieren, hat verheerende Folgen – vor allem für Flüchtlingscamps entlang der thailändisch-myanmarischen Grenze. Rosella, ein neunjähriges Mädchen mit einer schweren Knochenerkrankung, ist eine der Betroffenen. Sie benötigt rund um die Uhr medizinische Betreuung und Sauerstoff – doch die Ärzte sind weg, das Krankenhaus ist geschlossen.

Flüchtlingscamps in der Krise

Rund 100.000 Menschen leben in neun abgelegenen Lagern an der Grenze zu Myanmar, viele von ihnen Angehörige der ethnischen Karen-Minderheit, die seit Jahrzehnten vor Gewalt und Krieg fliehen. Das größte Camp, Mae La, beherbergt 37.000 Menschen und verfügte bis vor kurzem über ein US-finanziertes Krankenhaus. Dieses war die einzige medizinische Anlaufstelle für Tausende – bis der plötzliche Hilfsstopp alles lahmlegte.

Ein Video zeigt, wie Patienten in Hängematten aus der Klinik getragen werden, weil das Krankenhaus über Nacht schließen musste. Schwerkranke wie Rosella wurden in provisorische Gesundheitszentren verlegt, doch dort gibt es keine Ärzte mehr, die sie behandeln könnten.

Sie kann nicht richtig atmen“, sagt Rosellas Mutter Rebecca. „Ich weiß nicht, wie lange der Sauerstoff noch reicht.“

Panik und Unsicherheit bei Helfern

Hilfsorganisationen in Nordthailand sind alarmiert:

  • Nahrungsmittel für 100.000 Menschen reichen nur noch für eineinhalb Monate.
  • Dialyse-Patienten müssen nun selbst für ihre lebensnotwendige Behandlung aufkommen.
  • In einem anderen Camp starb eine ältere Frau, weil sie keinen Zugang zu Sauerstoff hatte.

Die Organisation International Rescue Committee (IRC) musste Krankenstationen schließen und die medizinische Infrastruktur an thailändische Behörden übergeben – die jedoch keine Ressourcen für den Betrieb haben.

Wir haben noch nie eine derartige Krise erlebt“, sagt Saw Bweh Say, Sprecher des Karen Refugee Committee.

Thailändische Kliniken überlastet

Da in den Camps keine Ärzte mehr tätig sind, werden schwerkranke Flüchtlinge in thailändische Krankenhäuser verlegt. Tha Song Yang, eine Klinik nahe Mae La, hat bereits 20 bis 30 zusätzliche Patienten aufgenommen. Doch Krankenhausdirektor Tawatchai Yingtaweesak warnt:

„Wenn der Monsun im Juni kommt, wird es noch schlimmer. Dann explodieren die Fallzahlen von Malaria und Lungenentzündungen bei Kindern.“

Auch die werdende Mutter Naw Mary wurde von Mae La nach Tha Song Yang verlegt. Sie leidet unter Bluthochdruck, eine gefährliche Komplikation in der Schwangerschaft. „Warum hat man aufgehört, den Flüchtlingen zu helfen?“, fragt sie verzweifelt.

US-Hilfsprogramme weltweit auf Eis gelegt

Die Krise betrifft nicht nur Thailand:

  • Impfprogramme, Bildungsinitiativen und Schutzräume für Gewaltopfer wurden gestoppt.
  • In Myanmar stehen Millionen Menschen ohne Hilfe da.
  • NGOs mussten Personal entlassen, lebensrettende Dienste wurden eingestellt.

US-Außenminister Marco Rubio behauptet zwar, dass lebensrettende Programme weiter finanziert werden, doch viele Organisationen berichten, dass ihre Anträge auf Ausnahmegenehmigungen nicht einmal bearbeitet wurden.

Ein Helfer aus Myanmar sagt: „Die Menschen wissen nichts über internationale Politik. Sie kämpfen nur ums tägliche Überleben.“

Trumps Begründung: „US-Hilfe destabilisiert den Weltfrieden“

In seinem Dekret vom 20. Januar erklärte Donald Trump, die US-Entwicklungshilfe sei oft „antiamerikanisch“ und „destabilisiere den Weltfrieden“. Doch die realen Auswirkungen seines Hilfsstopps sind katastrophal:

  • Kranke Kinder wie Rosella wissen nicht, ob sie die nächsten Wochen überleben.
  • Schwangere Frauen wie Rebecca haben keine ärztliche Betreuung mehr.
  • Hunderttausende Flüchtlinge stehen ohne Nahrung, Wasser und Medikamente da.

Während Politiker in Washington über Bürokratie streiten, kämpfen die Betroffenen ums nackte Überleben.

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