US-Präsident Donald Trump hat innerhalb weniger Stunden mehrere widersprüchliche Aussagen zum Krieg gegen Iran gemacht. Besonders bei Fragen zum Stand des Krieges, zur militärischen Stärke Irans und zur Führung des Landes änderten sich seine Aussagen am Montag mehrfach.
Ist der Krieg schon vorbei – oder fängt er erst an?
Am Montagmittag ließ Trump zunächst durchblicken, dass der Konflikt praktisch beendet sei. In einem Telefoninterview mit CBS News sagte er:
„Ich denke, der Krieg ist so gut wie abgeschlossen.“
Diese Aussage stand jedoch im deutlichen Widerspruch zu anderen Signalen aus seiner eigenen Regierung. Nur kurz zuvor hatte ein offizieller Account des US-Verteidigungsministeriums auf der Plattform X erklärt:
„Wir haben gerade erst angefangen zu kämpfen.“
Auch Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte in einem Interview mit der Sendung 60 Minutes wenige Tage zuvor betont, dass die militärischen Operationen erst am Anfang stünden.
Am selben Nachmittag äußerte sich Trump erneut – diesmal deutlich kämpferischer. In einer Rede vor republikanischen Abgeordneten in Florida erklärte er:
„Wir haben in vielerlei Hinsicht bereits gewonnen, aber wir haben noch nicht genug gewonnen.“
Kurz darauf sagte er auf einer Pressekonferenz sogar, die USA würden nicht nachlassen, bis der Gegner vollständig besiegt sei. Gleichzeitig erklärte er jedoch, man könne den Einsatz auch jetzt schon als „großen Erfolg“ bezeichnen.
Unterschiedliche Angaben zur iranischen Militärstärke
Auch über die militärischen Fähigkeiten Irans äußerte sich Trump widersprüchlich.
Im CBS-Interview behauptete er, Iran habe praktisch keine militärischen Möglichkeiten mehr:
Das Land habe „keine Marine, keine Kommunikation und keine Luftwaffe mehr“ und habe „alles verschossen, was es hatte“.
Wenig später relativierte er diese Aussagen jedoch selbst. Auf der Pressekonferenz erklärte er, der größte Teil der iranischen Marine sei versenkt, nicht jedoch vollständig zerstört.
Auch bei den Raketenfähigkeiten schwankten seine Angaben:
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einmal sagte er, Iran habe alle Raketen abgefeuert,
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später sprach er davon, dass noch etwa 10 % der Kapazitäten übrig seien.
Bei Drohnen erklärte er, Iran verfüge noch über etwa 25 % der ursprünglichen Bestände, die aber bald ebenfalls verschwinden würden.
Verwirrung über Irans Führung
Auch zur politischen Führung Irans änderte Trump mehrfach seine Darstellung.
Zunächst erklärte er auf der Pressekonferenz, die iranische Führung sei „komplett verschwunden“. Kurz darauf relativierte er das und sagte, zwei Führungsebenen seien ausgeschaltet worden.
Tatsächlich hat Iran inzwischen einen neuen obersten Führer: Mojtaba Khamenei, den Sohn des bei einem Angriff getöteten Ayatollah Ali Khamenei.
Trump kritisierte diese Wahl und sagte, sie werde vermutlich „zu denselben Problemen wie zuvor“ führen.
Streit um Angriff auf eine Grundschule
Zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten auch Trumps Aussagen zu einem Bombenangriff auf eine Grundschule im iranischen Minab, bei dem mehrere Schüler und Lehrer getötet wurden.
Am Samstag hatte Trump behauptet, der Angriff sei von Iran selbst durchgeführt worden, obwohl viele Hinweise auf einen US-Angriff hindeuteten.
Am Montag klang er deutlich vorsichtiger. Er erklärte, der Vorfall werde noch untersucht und räumte ein:
„Ich wusste einfach nicht genug darüber.“
Gleichzeitig spekulierte er jedoch weiterhin, Iran könne möglicherweise eine Tomahawk-Rakete verwendet haben – eine Waffe, die normalerweise nur von den USA eingesetzt wird.
Fazit
Die Aussagen des Präsidenten zeigen, wie widersprüchlich die Kommunikation der US-Regierung derzeit wirkt. Innerhalb weniger Stunden schwankten Trumps Darstellungen zwischen einem fast beendeten Krieg und einer noch bevorstehenden Eskalation – ebenso wie zwischen der Behauptung, Iran sei militärisch völlig besiegt, und der Einschätzung, dass weiterhin ein erheblicher Teil seiner Fähigkeiten vorhanden sei.
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