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Trump vs. Medien – Teil 578: Jetzt wird’s persönlich (und poetisch)

geralt (CC0), Pixabay
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Donald Trump, US-Präsident, Milliardär (wenn man ihn fragt) und gelegentlicher X-Dichter, hat mal wieder seine Lieblingsfeinde ins Visier genommen: die Medien. Denn wer braucht schon eine freie Presse, wenn man auch eine persönliche Fanseite haben kann?

Am Freitag griff Trump zur juristischen Feder und reichte erneut eine Klage gegen die „New York Times“ ein – diesmal kürzer, aber genauso beleidigt wie beim ersten Mal. Die ursprüngliche 85-seitige Version wurde von einem Richter wegen „blumiger Sprache“ und zu viel Eigenlob abgewiesen – man munkelt, Shakespeare habe aus dem Grab heraus um ein Lektorat gebeten.

„Mein Ruf ist hart erarbeitet!“ – Donald, 2025

Die Zeitung hatte gewagt, über die Herkunft von Trumps Vermögen zu schreiben. Ein Skandal, findet Trump. In der Klage heißt es sinngemäß: „Wie kann man es wagen, zu behaupten, mein Milliardenimperium sei nicht aus purem Schweiß, harter Arbeit und zufälligen Erbschaften entstanden?“

Zur Erinnerung: Auch gegen das Wall Street Journal läuft eine Milliardenklage, weil es eine Verbindung zu Jeffrey Epstein erwähnte – was prompt dazu führte, dass das Blatt nicht mehr mit auf Trumps Schottlandreise durfte. Kleiner Denkzettel, große Flugzeugkabine.

Golf von Mexiko wird zum Golf von Amerika

Und wer dachte, nur Medien seien betroffen, kennt Trump schlecht. Die Nachrichtenagentur AP wurde kurzerhand aus dem Weißen Haus geworfen – Grund: Sie wollte partout den Golf von Mexiko nicht in „Golf von Amerika“ umbenennen. Was kommt als nächstes? Die „Trumpische See“ statt Atlantik?

Pentagon oder Pressestopp?

Auch im Pentagon wurde aufgeräumt – zumindest, was Journalisten betrifft. Verteidigungsminister Pete Hegseth (ehemals Fox News, jetzt offenbar Generalsupervisor für Presseausweise) führte einen 21-seitigen Regelkatalog ein, inklusive dem neuen Slogan:
„Zugang ist ein Privileg, kein Recht. Und Humor sowieso nicht.“

Wer nicht gehorcht, muss gehen – was das Pressekorps übrigens auch direkt tat. Sogar Fox News verweigerte die Gefolgschaft. Nur One America News blieb treu an Trumps Seite und berichtete fortan exklusiv, was auch immer das Pentagon hören will – vermutlich in Versform.

Freie Presse? Nur mit Unterschrift.

Reporter sollten sich schriftlich verpflichten, nichts zu veröffentlichen, was nicht vom Pentagon offiziell genehmigt ist. Klingt ein bisschen nach Zensur? Ach was – es ist „effiziente Kommunikation“, wenn man Trump fragt.

Und die Lage? Wird nicht besser.

Laut Reporter ohne Grenzen hat sich die Lage für Journalist:innen in den USA seit einem Attentat auf einen rechten Aktivisten im September drastisch verschärft. Der Ton? Schärfer. Die Maßnahmen? Härter. Die Pressefreiheit? Nun ja… sagen wir mal, sie sitzt auf der Ersatzbank und darf sich warmhalten.

Fazit: Trump zieht wieder los – bewaffnet mit Klage, Mikrophon und Namensschild

Ob es um den „Golf von Amerika“, den „Ruf eines hart arbeitenden Selfmade-Milliardärs“ oder die blumige Poesie in Klageschriften geht – Donald Trump lässt sich einfach nicht gern kritisieren. Und wenn doch, dann nur auf goldenem Briefpapier mit persönlichem Siegel.

Was kommt als nächstes? Eine Klage gegen Wetterberichte, die Regen ankündigen? Ein Bann gegen Kreuzworträtsel, in denen „Narzissten“ mit fünf Buchstaben vorkommen?

Wir bleiben dran – wenn wir noch dürfen.

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