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Trump schließt „Peacemaker“-Einheit des US-Justizministeriums – Experten warnen vor Eskalation

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Inmitten wachsender Proteste gegen tödliche Einsätze von Bundesbehörden hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump eine der wichtigsten Institutionen zur Deeskalation sozialer Konflikte abgeschafft: den Community Relations Service (CRS). Die 1964 gegründete „Peacemaker“-Einheit galt jahrzehntelang als neutraler Vermittler bei gesellschaftlichen Spannungen – von den Bürgerrechtsmärschen in Selma bis zu Unruhen nach Polizeigewalt.

Am 1. Oktober 2025 wurde die Einheit mit ihren 57 Mitarbeitenden und 30 regionalen Büros offiziell aufgelöst. Begründung des Justizministeriums: Die Mission des CRS sei nicht mehr vereinbar mit den „prioritären Aufgaben im Bereich Strafverfolgung und Prozessführung“.

Eskalation ohne Vermittlung

Nur wenige Monate später zeigt sich, wie schwerwiegend die Folgen der Schließung sind. Nach dem umstrittenen Todesfall von Renee Nicole Good, die am 7. Januar 2026 in Minneapolis von einem ICE-Agenten erschossen wurde, kommt es landesweit zu Protesten. Das Video des Einsatzes verbreitete sich viral. Aktivisten beklagen mangelnde Transparenz, Gewalt durch Bundesbehörden und die Abwesenheit einer vermittelnden Instanz.

„CRS wurde für genau solche Situationen geschaffen“, sagt Julius Nam, bis zur Schließung Leiter der Einheit. „Jetzt fehlt eine neutrale Anlaufstelle, die frühzeitig Spannungen abbauen kann.“

Frühere Mitarbeiter, Juristen und Bürgerrechtler kritisieren die Abschaffung scharf. Olivia Troye, einst im nationalen Sicherheitsrat unter Trump tätig, nennt den Schritt „bewusst destruktiv“: „Ohne CRS bleibt den Gemeinden nur Protest oder Schweigen.“

Von Selma bis Minneapolis – eine historische Institution verschwindet

Gegründet im Zuge des Civil Rights Act von 1964, hatte CRS eine klare Aufgabe: Konflikte deeskalieren, bevor sie eskalieren. Ihre ersten Einsätze erfolgten bei den Selma-Märschen 1965. Sie vermittelte bei Schul-Debatten, religiösen Konflikten, rassistisch motivierten Gewalttaten und Großdemonstrationen – bis zuletzt bei den Protesten nach dem Tod von George Floyd.

Nach dem 11. September spielte CRS auch eine Schlüsselrolle im Umgang mit antimuslimischem Hass. Und 2020 half die Einheit, Eskalationen bei Anti-Trump-Protesten zu verhindern.

Doch mit dem Amtsantritt von Trumps zweiter Regierung wurde der Rückbau beschleunigt. Ein internes Memo vom März 2025 empfahl die vollständige Auflösung, im Juni folgte der endgültige Budget-Stopp. Viele Mitarbeitende erhielten Kündigungen oder wurden in andere Behörden versetzt.

Politische Konsequenzen – und juristische Gegenwehr

Bürgerrechtsorganisationen wie die NAACP und die Ethical Society of Police klagen gegen die Schließung. Sie argumentieren, der Kongress habe CRS gesetzlich geschaffen, daher könne es nicht einfach per Verwaltungshandeln abgeschafft werden. Ein Teil des Repräsentantenhauses fordert nun die Wiedereinrichtung mit 20 Millionen Dollar Budget – der Senat soll bald abstimmen.

Doch selbst wenn einige ehemalige Mitarbeiter zurückkehren dürften, ist laut Nam unklar, ob dies eine echte Wiederbelebung des Programms bedeutet oder nur Symbolpolitik sei.

Was steht auf dem Spiel?

Laut Brian Levin, Kriminologe und Bürgerrechtsanwalt, hat die Abschaffung von CRS ein Vakuum hinterlassen, „das zur Zunahme politischer Gewalt beiträgt“. Asha Rangappa, ehemalige FBI-Agentin, betont die zentrale Rolle des CRS beim Aufbau von Vertrauen zwischen Polizei und Gemeinschaft – eine Grundlage für funktionierende Ermittlungen und soziale Stabilität.

„Ohne Vermittlung gibt es keine Verständigung. Ohne Verständigung keine Lösung“, fasst Nam zusammen.

 

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