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Trump präsentiert KI-Masterplan: Weniger Regulierung, mehr Dominanz für US-Technologie

MIH83 (CC0), Pixabay
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Die Trump-Regierung hat am Mittwoch einen umfassenden Aktionsplan zur Künstlichen Intelligenz (KI) vorgestellt, der die technologische Vorherrschaft der USA sichern soll. Das Ziel: „Winning the AI Race“ – den globalen Wettlauf um die Zukunftstechnologie für sich entscheiden.


🇺🇸 Kernpunkte des Trump-KI-Plans

Die Strategie der US-Regierung stützt sich auf drei Säulen:

  1. Beschleunigung von Innovationen

  2. Ausbau der KI-Infrastruktur in den USA

  3. Verbreitung US-amerikanischer Hard- und Software als globaler Standard

Zentrale Maßnahme ist der Abbau regulatorischer Hürden – also die Reduzierung von Auflagen für Unternehmen in der Entwicklung und Anwendung von KI-Systemen. Dabei wird auch die Genehmigung neuer Rechenzentren und Halbleiterfabriken vereinfacht.

Zudem will die Regierung künftig bei der Beschaffung großer KI-Sprachmodelle darauf achten, dass diese „objektiv und ideologiefrei“ seien – ein politisch aufgeladener Vorstoß, der vor allem aus dem republikanischen Lager Unterstützung findet.


🔄 Rolle der Wirtschaft & Kritik an Deregulierung

Die Vorschläge basieren laut Weißem Haus auf Rückmeldungen aus Industrie, Forschung und Zivilgesellschaft. Mehr als 10.000 Stellungnahmen seien in die Ausarbeitung eingeflossen.

Kritiker bemängeln jedoch, dass der Plan die Interessen der Tech-Konzerne über Verbraucherschutz und Ethik stelle. Eine Koalition von Bürgerrechtsgruppen, Gewerkschaften und Forschern – darunter das AI Now Institute und die Writers Guild of America East – fordert stattdessen einen „People’s Action Plan“ mit verbindlichen Schutzmaßnahmen.

„Der Trump-Plan priorisiert Schnelligkeit und Marktanteile – und lässt Fragen zu Arbeitsplatzverlusten, Diskriminierung und Sicherheit außen vor“, heißt es in einer Stellungnahme der Electronic Privacy Information Center (EPIC).


💰 Milliardeninvestitionen & Projekt Stargate

Die Regierung verweist auf bereits laufende Investitionen:

  • Über 90 Milliarden US-Dollar wurden kürzlich von Tech-, Energie- und Finanzunternehmen zugesagt, um Pennsylvania zu einem KI-Zentrum auszubauen.

  • Trumps Vorzeigeprojekt „Stargate“ – eine 500-Milliarden-Dollar-Initiative mit Partnern wie Sam Altman (OpenAI), Masayoshi Son (SoftBank) und Larry Ellison (Oracle) – soll die KI-Infrastruktur revolutionieren.

  • Exportbeschränkungen für KI-Chips, die unter Präsident Biden verhängt wurden, wurden bereits aufgehoben. Nvidia darf wieder nach China liefern.


🌐 Geopolitischer Wettstreit mit China

Laut Trump ist der globale KI-Wettlauf vor allem ein Machtkampf mit China. David Sacks, Trumps KI- und Krypto-Beauftragter, erklärte:

„Es geht nicht nur um Technologie, sondern um wirtschaftliche Sicherheit und nationale Dominanz. Amerika darf hier nicht zurückfallen.“

Besonders im Fokus: Chinas Start-up DeepSeek, das mit einem günstigen und leistungsstarken Modell Anfang des Jahres Aufsehen erregte.


⚖️ Politischer Streit um Regulierung

Während Tech-Unternehmen bundesweite einheitliche Regeln fordern, wollten republikanische Gesetzgeber verhindern, dass Bundesstaaten eigene KI-Gesetze erlassen. Doch der Senat strich am 1. Juli eine entsprechende Klausel. Der neue Aktionsplan sieht nun vor, dass die Fördervergabe des Bundes künftig auch vom „KI-regulatorischen Klima“ einzelner Bundesstaaten abhängen könnte – ein möglicher Druckhebel gegen strengere Regeln auf Länderebene.


🧠 Fazit

Trump verfolgt eine klare Linie: Möglichst wenige staatliche Eingriffe, maximales Wachstum und geopolitische Stärke. Doch ob dieser Kurs langfristig mit gesellschaftlicher Verantwortung, Arbeitnehmerschutz und ethischer Technologieentwicklung vereinbar ist, bleibt umstritten.

„Tempo vor Vorsicht“ lautet das neue Motto – aber auch die Risiken rasen mit.

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