Nach dem tödlichen Zusammenstoß eines Passagierflugzeugs mit einem Militärhubschrauber in Washington D.C. hat sich US-Präsident Donald Trump in einer Pressekonferenz am Donnerstag überraschend schnell auf einen Schuldigen festgelegt: die Regierung seines Vorgängers Joe Biden. Noch bevor die Untersuchungsergebnisse vorliegen, machte Trump die unter Biden eingeführten Diversity-, Equity- und Inclusion-Programme (DEI) in der Luftfahrt für den Absturz verantwortlich, bei dem 67 Menschen ums Leben kamen.
„Ich habe gesunden Menschenverstand, okay?“ erklärte Trump auf Nachfrage nach Beweisen für seine Behauptung. „Leider haben das viele Leute nicht.“
Trump: Luftfahrtstandards durch „inkompetente“ Mitarbeiter gesenkt
Trump und sein Kabinett – darunter Vizepräsident JD Vance, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Verkehrsminister Sean Duffy – behaupteten, dass die Diversitätsprogramme dazu geführt hätten, dass unqualifizierte Mitarbeiter in sicherheitsrelevante Positionen eingestellt wurden.
„Wir müssen nur die besten und klügsten Leute in der Luftfahrt haben“, sagte Trump. „Ich habe damals die Obama-Standards, die bestenfalls mittelmäßig waren, auf außergewöhnlich angehoben. Jetzt hat Biden sie auf ein historisches Tief gesenkt.“
Besonders hart ging er mit dem ehemaligen Verkehrsminister Pete Buttigieg ins Gericht, den er als „Desaster“ bezeichnete und verspottete: „Er war schon als Bürgermeister schlecht, aber jetzt hat er eine gute Show abgezogen.“
Trump ordnet Untersuchung der „Biden-Schäden“ an
Noch am Donnerstag erließ Trump eine Präsidialverfügung, die eine Überprüfung der Luftfahrtsicherheitsmaßnahmen und die Auswirkungen der DEI-Programme unter Biden anordnet. Sein Ziel: „Kompetenz über alles stellen.“
Allerdings haben die laufenden Ermittlungen bisher keinerlei Hinweise darauf geliefert, dass Luftsicherheitsstandards oder Fluglotsenfehler eine Rolle bei der Kollision gespielt haben. Experten weisen zudem darauf hin, dass viele der derzeitigen FAA-Mitarbeiter bereits unter Trump eingestellt wurden.
„Verantwortung übernehmen? Lieber die Schuld weitergeben“
Während Rettungsteams noch im Potomac nach Opfern suchten, nutzte Trump die Tragödie vor laufenden Kameras für eine politische Abrechnung mit seinen Vorgängern. Dass sein eigenes Verkehrsministerium und die Militärführung erst seit knapp zwei Wochen unter seiner Kontrolle stehen, ließ er dabei unerwähnt.
Ein politischer Beobachter kommentierte trocken: „Eigentlich stand auf dem Schreibtisch von Präsident Truman ‚The buck stops here‘ – also sinngemäß: ‚Die Verantwortung endet beim Präsidenten‘. Bei Trump scheint es eher so zu sein: ‚Die Schuld liegt immer bei den anderen.‘“
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