US-Präsident Donald Trump hat mit einer brisanten Ankündigung auf seiner Plattform Truth Social für weltweites Aufsehen gesorgt: Die Vereinigten Staaten wollen „unverzüglich“ wieder mit Atomwaffentests beginnen – mehr als 30 Jahre nach dem letzten Test. Was genau das bedeutet, ließ Trump offen. Die Reaktionen ließen jedoch nicht lange auf sich warten.
Russland alarmiert – Europa und China warnen
In Moskau schrillen die Alarmglocken: Der Kreml kündigte an, im Falle tatsächlicher US-Tests ebenfalls wieder atomare Experimente aufzunehmen. Zwar betonte ein Sprecher, Russland sei grundsätzlich offen für Abrüstungsgespräche, erinnerte jedoch an Putins frühere Warnung, man werde sich nicht einseitig an Moratorien halten.
Auch aus Berlin und Peking kamen mahnende Worte. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul rief zur Einhaltung internationaler Teststopp-Abkommen auf. China forderte die USA auf, den globalen Nichtverbreitungsvertrag ernst zu nehmen.
Wieder Atomwaffen in Nevada?
Trumps Ankündigung fiel mitten in seine Asienreise und kurz vor einem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping – offenbar kein Zufall. Das Gelände in Nevada, auf dem bis 1992 über 1.000 US-Tests stattfanden, könnte laut Experten wieder aktiviert werden. Zwar betonen Fachleute, dass moderne Technik wie Simulationen atomare Tests heute weitgehend ersetzt – dennoch scheint Trump andere Pläne zu verfolgen.
Dabei ist unklar, ob er sich mit dem richtigen Ministerium abgestimmt hat: Nicht das Pentagon, sondern das Energieministerium ist für Atomwaffentests zuständig.
Weltweite Rüstungsspirale befürchtet
UNO-Abrüstungsexpertin Izumi Nakamitsu warnte bereits im Frühjahr vor einem Rückfall in die gefährlichsten Zeiten des Kalten Krieges. „Das Risiko eines Atomwaffeneinsatzes war selten so hoch“, erklärte sie. Die US-Initiative könnte nun eine neue Ära nuklearer Aufrüstung einleiten – mit unvorhersehbaren globalen Folgen.
Zweifel an Trumps Zahlen
Trump behauptete, die USA verfügten über mehr Atomwaffen als jedes andere Land. Laut ICAN hat jedoch Russland mit über 5.500 Sprengköpfen derzeit die Nase vorn. Die USA kommen auf rund 5.000. Die Rückkehr zu Tests könnte Russland und China in ihrer atomaren Aufrüstung sogar strategische Vorteile verschaffen, warnen Experten.
Ein diplomatischer Flächenbrand scheint programmiert – mit Sprengkraft, weit über das Testgelände von Nevada hinaus.
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