Ein mögliches diplomatisches Signal im Gaza-Krieg: Die radikalislamische Hamas hat erklärt, sie sei bereit, „unverzüglich“ in Verhandlungen über die Freilassung aller Geiseln einzutreten – und zwar auf Basis des von US-Präsident Donald Trump vorgestellten 20-Punkte-Plans.
Trump reagierte prompt und forderte Israel auf, seine Luftangriffe auf Gaza sofort zu beenden, um die sichere Befreiung der Geiseln zu ermöglichen. „Israel muss sofort das Bombardement stoppen, damit wir die Geiseln sicher und schnell herausbekommen“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Hamas zeigt begrenzte Zustimmung
Die Organisation erklärte, man sei bereit, die Verwaltung des Gazastreifens an eine unabhängige palästinensische Übergangsbehörde abzugeben, die von arabischen und islamischen Staaten unterstützt wird. Gleichzeitig machte Hamas aber deutlich, dass Fragen wie die künftige Rolle der Bewegung, die Entwaffnung oder eine internationale Aufsicht erst in späteren Gesprächen geklärt werden sollten.
Damit erfüllt Hamas zwei zentrale Bedingungen des Trump-Plans – die Freilassung der verbliebenen 48 Geiseln (darunter rund 20 mutmaßlich Lebende) sowie den Rückzug aus der Regierungsverantwortung in Gaza. Andere Forderungen, etwa die vollständige Entwaffnung, bleiben offen.
Internationales Echo
Ägypten bezeichnete die Erklärung der Hamas als „positive Entwicklung“ und forderte alle Seiten auf, das Abkommen umzusetzen. Auch Katar kündigte an, gemeinsam mit Ägypten und den USA an den nächsten Schritten zu arbeiten.
In Israel sprach Oppositionsführer Yair Lapid von einer „beispiellosen Gelegenheit“, die Geiseln zu befreien und den Krieg zu beenden. Er stellte sich hinter mögliche Verhandlungen, um der Regierung politischen Rückhalt für ein Abkommen zu geben.
Trumps 20-Punkte-Plan
Der US-Präsident hatte sein Konzept Ende September gemeinsam mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu vorgestellt. Es sieht vor:
-
Zerstörung aller militärischen Strukturen der Hamas,
-
Austausch von über 1.900 palästinensischen Gefangenen gegen die Freilassung aller Geiseln,
-
Stationierung einer arabisch geführten internationalen Stabilisierungstruppe in Gaza,
-
Verwaltung des Gebiets durch ein internationales „Friedenskomitee“ bis zur Übergabe an eine reformierte Palästinensische Autonomiebehörde,
-
sowie einen „glaubwürdigen Weg“ hin zu palästinensischer Selbstbestimmung.
Obwohl die Hamas nur Teilen des Plans zustimmt, werten Beobachter die Bereitschaft zu Verhandlungen als wichtigen Schritt – auch wenn ein endgültiger Waffenstillstand weiter ungewiss bleibt.
Kommentar hinterlassen