Donald Trump hat China in einem Beitrag auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social aufgefordert, seine Bestellungen von US-Sojabohnen zu vervierfachen. Dies sei, so Trump, „eine Möglichkeit, das Handelsdefizit Pekings gegenüber Washington erheblich zu reduzieren“.
In dem Post erklärte er, China sei „besorgt über seinen Mangel an Sojabohnen“. Die Vereinigten Staaten hätten „großartige Landwirte“, die „die robustesten Sojabohnen“ produzierten. Zudem stellte er in Aussicht, dass die Lieferung mit „schnellem Service“ erfolgen könne, und fügte ein „Vielen Dank, Präsident Xi“ hinzu – eine Formulierung, die sowohl als höflich als auch als provokativ interpretiert werden kann.
Hintergrund: Sojabohnen als Handelshebel
Sojabohnen zählen zu den wichtigsten Agrarprodukten im Handel zwischen den USA und China. Peking ist weltweit größter Importeur und nutzt die Bohnen vor allem für Tierfutter und Speiseöl. Während Trumps Amtszeit als Präsident waren Sojabohnen ein zentrales Element seiner Handelsstrategie gegenüber China.
Im Rahmen des Phase-1-Abkommens von 2020 verpflichtete sich China, große Mengen US-Sojabohnen zu kaufen. Die Lieferungen wurden jedoch immer wieder durch politische Spannungen, Zölle und schwankende Marktpreise beeinflusst.
Innenpolitisches Signal an US-Farmer
Mit seiner aktuellen Forderung richtet sich Trump auch an eine wichtige Wählergruppe – die Landwirte im Mittleren Westen. Diese Region leidet unter Preisschwankungen und Exportunsicherheiten und hat in der Vergangenheit stark von umfangreichen Agrarverkäufen nach China profitiert.
Fragliche Erfolgsaussichten
Ob Peking Trumps Forderung nachkommt, bleibt offen. Faktoren wie internationale Preisentwicklungen, Konkurrenz durch Lieferländer wie Brasilien und das angespannte Verhältnis zwischen Washington und Peking könnten einer kurzfristigen Umsetzung im Weg stehen.
Beobachter sehen Trumps Vorstoß daher vor allem als politischen Druckversuch – verbunden mit der Botschaft, dass er im Falle einer Rückkehr ins Amt erneut harte Handelsforderungen an China stellen würde.
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