US-Präsident Donald Trump hat am Montag den argentinischen Staatschef Javier Milei im Weißen Haus empfangen – einen Politiker, den er selbst als seinen „Lieblingspräsidenten“ bezeichnet. Das Treffen fand nur wenige Tage nach der Ankündigung eines 20-Milliarden-Dollar-Hilfspakets der USA für Argentinien statt.
Milei, ein selbsternannter radikaler Libertärer und überzeugter Anarcho-Kapitalist, ist für seine drastischen Sparmaßnahmen, seine unkonventionelle Rhetorik und seinen exzentrischen Stil bekannt – inklusive wilder Frisur, theatralischer Auftritte und der Behauptung, er hole sich politische Ratschläge von seinen vier Hunden, die er „seine Kinder“ nennt.
US-Hilfspaket sorgt für Streit
Das geplante Wirtschaftspaket soll nach Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent in Form eines Währungstauschs mit der argentinischen Zentralbank erfolgen. Damit würden US-Dollar gegen instabile Pesos getauscht, um den abstürzenden Wechselkurs zu stabilisieren. Weitere Details zur Finanzhilfe blieben zunächst offen.
Die Entscheidung, Argentinien zu unterstützen, stößt in den USA auf politische Kritik – insbesondere von Landwirtschaftsverbänden. Viele amerikanische Sojaproduzenten befürchten, dass China seine Importe aufgrund von Trumps Zöllen künftig vermehrt aus Argentinien bezieht.
„Warum soll die USA Argentinien retten, während sie uns unseren größten Sojamarkt wegnehmen?“, schrieb der republikanische Senator Chuck Grassley aus Iowa auf X.
Zwei Populisten mit ähnlicher Agenda
Milei, gelernter Volkswirt und früherer Frontmann einer Rolling-Stones-Coverband, wurde durch seine lautstarke Kritik an staatlichen Institutionen und „linken Eliten“ bekannt. Er predigt radikale Haushaltskürzungen, Deregulierung und eine kompromisslose Marktgläubigkeit.
Trump und Milei gelten seit Jahren als politische Seelenverwandte. Milei war einer der wenigen internationalen Gäste bei Trumps Amtseinführung und teilt mit ihm die Ablehnung sogenannter „woker Politik“.
„Du bist mein Lieblingspräsident. Punkt“, sagte Trump einst zu Milei am Telefon – eine Aussage, die in Lateinamerika für Schlagzeilen sorgte.
Kettensäge, Rockmusik und Politik
In Argentinien hat Milei den Spitznamen „El Loco“ (der Verrückte). Auf Wahlkampfveranstaltungen schwenkte er regelmäßig eine Kettensäge als Symbol für seine Pläne, den Staat radikal zu verkleinern.
Bei einem jüngsten Auftritt in Buenos Aires – halb Buchpräsentation, halb Rockkonzert – sang er vor 15.000 Fans Klassiker der 1980er-Jahre und stellte sein 573 Seiten starkes Werk „Die Konstruktion des Wunders“ vor.
„Ich bin ein Mensch – auch wenn es nicht immer so aussieht“, sagte er lachend.
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