US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag erneut für Aufsehen gesorgt: Auf seiner Plattform Truth Social forderte er die Washington Commanders auf, ihren Namen zurück in „Redskins“ zu ändern – und drohte dem NFL-Team andernfalls mit dem Ende des geplanten Stadiondeals in Washington. Wie Trump dies rechtlich durchsetzen will, bleibt unklar.
„Wenn sie nicht zum ursprünglichen Namen ‚Washington Redskins‘ zurückkehren und dieses lächerliche ‚Commanders‘ ablegen, werde ich keinen Deal für den Stadionbau in Washington machen“, schrieb Trump. „Das Team wäre viel wertvoller – und der Deal aufregender für alle.“
Stadiondeal in der Warteschleife
Seit April liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, das Team von seinem derzeitigen Standort in Landover, Maryland, zurück auf das Gelände des ehemaligen RFK-Stadions in Washington, D.C. zu holen. Bürgermeisterin Muriel Bowser wirbt für den Umzug – doch der Plan stockt im Stadtrat. Trump hatte den Deal ursprünglich begrüßt, zeigt sich nun aber kompromissbereit – unter seiner Bedingung.
„Das ist ein großartiges Grundstück. Wenn ich helfen kann, werde ich das tun“, sagte Trump Reportern. „Die Bundesregierung kontrolliert es letztlich.“ Erst Ende 2024 hatte der US-Kongress das Gelände offiziell der Stadt übergeben.
Rückfall in alte Muster
Die jüngsten Aussagen markieren eine Verschärfung von Trumps bereits bekannten Positionen. Schon Anfang Juli hatte er den Namen „Commanders“ als „nichtssagend“ bezeichnet und erklärt, er hätte die Änderung nie vorgenommen.
Die Washington Commanders hatten sich 2020 nach jahrzehntelanger Kritik von ihrem früheren Namen „Redskins“ getrennt, der von vielen Native Americans als rassistisch und beleidigend empfunden wurde. Der neue Name wurde 2022 offiziell eingeführt.
Auch Cleveland Guardians im Visier
Trump beschränkte sich nicht nur auf Washington: Er forderte ebenfalls, dass die Cleveland Guardians wieder zu den „Indians“ werden. Native American-Gruppen hatten den Namen als stereotyp und kulturell unsensibel kritisiert. Doch Trump behauptete:
„Unsere großartigen Indianer wollen das in großer Zahl. Ihre kulturelle Würde wird systematisch zerstört.“
Mit einem Verweis auf Wahlverluste des Eigentümer-Familienmitglieds Matt Dolan behauptete Trump sogar: „Wenn er den Namen wieder in ‚Indians‘ ändern würde, hätte er vielleicht endlich mal eine Wahl gewonnen.“
Er schloss mit einem typischen Slogan-Verschnitt:
„MAKE INDIANS GREAT AGAIN (MIGA)!“
Kritik und Realität
Die Aussagen Trumps stoßen bei Befürwortern der Namensänderungen auf scharfe Kritik – und bei vielen Beobachtern auf Ratlosigkeit. Die ursprüngliche Umbenennung beider Teams war Teil eines größeren gesellschaftlichen Wandels, bei dem Sport, Unternehmen und Medien rassistische Sprache und Symbolik neu bewerteten.
Ob Trump tatsächlich rechtlich in der Lage ist, die geplanten Bauprojekte zu blockieren, bleibt fraglich – genauso wie die Frage, ob seine Forderungen breite Zustimmung finden. Klar ist nur: Der Ex-Präsident bleibt sich treu – und macht Kulturkampf zum Wahlkampfthema.
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