Einen Tag nach seiner Rückkehr aus dem Nahen Osten hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass die islamistische Hamas ihre Waffen „in einem angemessenen Zeitraum“ niederlegen müsse – andernfalls werde die USA sie „gegebenenfalls gewaltsam“ entwaffnen.
„Wenn sie sich nicht entwaffnen, werden wir sie entwaffnen – und das wird schnell und vielleicht gewaltsam geschehen“, sagte Trump am Dienstag im Weißen Haus vor Journalisten. Auf Nachfrage, wie genau die USA dies durchsetzen würden, antwortete der Präsident knapp:
„Ich muss Ihnen das nicht erklären. Sie wissen, dass ich keine Spiele spiele.“
Rückkehr aus dem Nahostbesuch – Trump erklärt Krieg für beendet
Die Äußerungen erfolgten weniger als 24 Stunden nach Trumps Reise nach Israel und Ägypten, wo er am Montag das Ende des Kriegs zwischen Israel und der Hamas verkündet hatte. Im Rahmen des Waffenstillstands wurden 20 israelische Geiseln an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben und nach Israel zurückgebracht. Gleichzeitig ließ Israel knapp 2.000 palästinensische Gefangene frei.
Trump bezeichnete die Freilassung der Geiseln als „monumental“ und sprach von einem „historischen Erfolg“ seiner Friedensbemühungen.
„Wir haben etwas Monumentales erreicht. Wir haben die Geiseln zurückgebracht“, so der Präsident.
Unklarheit über die Rückgabe der Leichname
Allerdings sorgte die Frage nach der Rückführung der getöteten Geiseln für neue Spannungen. Nach früheren Angaben sollten 24 bis 26 Leichname übergeben werden, doch laut Trump scheint diese Zahl inzwischen geringer zu sein.
„Es sieht so aus, als hätten sie weniger, als ursprünglich behauptet wurde“, sagte Trump. „Das ist ein sehr schwieriges Thema. Ich will sie alle zurückhaben.“
Am 13. Oktober wurden die Überreste von vier Geiseln an Israel übergeben.
Abrüstung bleibt Bedingung des Friedensplans
In Trumps 20-Punkte-Friedensplan ist die vollständige Entwaffnung der Hamas eine der zentralen Bedingungen. Konkrete Fristen nannte er am Dienstag jedoch nicht.
„In einem angemessenen Zeitraum“, sagte Trump lediglich.
Während die Waffenruhe aktuell hält, bleibt unklar, ob Hamas auf die Forderung reagieren oder die USA tatsächlich militärischen Druck ausüben werden. Beobachter sehen in Trumps jüngsten Äußerungen ein mögliches Signal, dass Washington im Falle von Verstößen bereit wäre, erneut militärisch einzugreifen.
Kommentar hinterlassen