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Trump bei der UNO: Weltrettung per Rundumschlag – und Fakten nach Belieben

jpeter2 (CC0), Pixabay
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Donald Trump hat die UNO-Generalversammlung in New York genutzt, um das zu tun, was er am besten kann: austeilen, sich selbst feiern und Zahlen so lange biegen, bis sie ins eigene Weltbild passen.

UNO? „Totalversager“

Die Vereinten Nationen, so Trump, hätten „auf ganzer Linie versagt“. Friedensstiftung? Fehlanzeige. Migration? Noch schlimmer. Klimaschutz? „Der größte Betrug aller Zeiten.“ Dass er kurz nach der Rede UNO-Generalsekretär António Guterres angeblich versichert haben soll, die USA stünden „hundertprozentig hinter den Vereinten Nationen“, passt in das Muster: erst die Keule, dann die Umarmung.

Migration: London verloren, Wien bald dran

London, so Trump, sei durch Migration „nicht wiederzuerkennen“. Österreich bekam gleich eine Gratis-Erwähnung: 53 Prozent der Gefängnisinsassen seien „keine Österreicher“. Dass es sich dabei nicht nur um „illegale Migranten“ handelt, sondern schlicht um alle ohne österreichischen Pass – egal ob aus der EU oder sonstwoher – ließ er charmant weg.

Klima: Betrug made by UNO

In gewohnter Manier erklärte Trump den Klimawandel kurzerhand zum „größten Betrug aller Zeiten“ – eine globale Verschwörung dummer und böser Menschen. Dass 99 Prozent der Wissenschaftler weltweit das Gegenteil sagen, erwähnte er nicht. Dafür prophezeite er den Europäern, dass ihre Gesellschaften zerfallen, wenn sie weiterhin auf „grünen Betrug“ setzen. Aber keine Sorge: „Ich bin wirklich gut darin, Dinge vorherzusagen.“

Energie und Krieg: Alle schuld, nur er nicht

Russland hätte den Ukraine-Krieg niemals begonnen, wenn er im Amt gewesen wäre – logisch, schließlich wäre dann die Weltlage nach Trumps Lesart ohnehin eine Mischung aus „Frieden durch Angst“ und „Handel durch Strafzölle“. Europa solle gefälligst aufhören, russisches Gas zu kaufen. China und Indien seien die „wichtigsten Unterstützer“ Putins, weil sie russisches Öl importieren.

Selbstlob und alternative Realitäten

Nebenbei verkündete Trump, in sieben Monaten sieben Kriege beendet zu haben. Die BBC zerlegte diese Behauptung trocken: Einige der „Kriege“ waren schlicht kurzfristige Gefechte, deren Ende nicht unbedingt mit Trump zu tun hatte. Aber wer zählt schon nach, wenn der Präsident im Eigenlob-Modus ist?

Palästina? Nein danke

Die Anerkennung eines Palästinenserstaats lehnte Trump strikt ab – das wäre „eine Belohnung für die Hamas“. Gleichzeitig forderte er ein sofortiges Ende des Kriegs im Gazastreifen und die Freilassung aller Geiseln. Diplomatie à la Trump: das eine mit großem Pathos fordern, das andere kategorisch ausschließen.

Fazit:

Die UNO blieb während Trumps Rede still – kein Lachen wie 2018, eher betretenes Schweigen. Vermutlich, weil man sich fragte: Ist das jetzt ernst gemeint oder einfach nur Wahlkampf für daheim?

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